Behringer macht’s möglich: Zwölf Kanäle, acht Mikrofonvorverstärker und ein integrierter 24-Bit-Effektprozessor auf drei Höheneinheiten für unter 250 Euro. Das können Sie nicht glauben? Dann lesen Sie den folgenden Test.
Die Firma Behringer hat sich als Discounter unter den Pro-Audio-Herstellern seit 1989 Ruf und Namen gemacht und trifft mit ihrer Philosophie – möglichst viel für kleines Geld – die Lebensrealität vieler Musiker, Veranstalter und Studiobesitzer, die mit einen beschränkten Budget auskommen müssen. Der Eurorack Pro RX1202FX steht nicht nur in Hinblick auf die nicht gerade einprägsame Produktbezeichnung, seinen Artgenossen aus der Equipment-Schmiede bei Krefeld in nichts nach. Es gibt für unschlagbare 231 Euro aber nicht nur eine komplizierte Buchstabe-Zahlen-Kombination, sondern auch einen 12-kanaligen Rack-Mixer im 19-Zoll-Format, der neben acht Mikrofonvorverstärkern und Insert-Wegen auch noch über einen digitalen Effektprozessor mit 100 Presets verfügt. Das ist aber noch lange nicht alles, was der Preiszwerg zu bieten hat.
Die erste Frage: „Was kostet der denn?“ wird schnell von der zweiten abgelöst: „Ist da überhaupt was drin?“. Das liegt zum einem am preiswerten Ruf und zum anderen daran, dass der Mixer gerade einmal 2,9 Kilogramm wiegt, aber insgesamt drei Höheneinheiten misst. Unsere Neugier lässt und kurzer Hand die schwarze Blechabdeckung lüften, um einen Blick in das Innere zu wagen und nachzuschauen, was tatsächlich technisch drin ist. Die Platinen mit den ICs und den SMDs (Surface Mounted Devices) [[g]] sind durch die Auswahl der kleinen Bauelemente Platz und Gewicht sparend konzipiert. Eine liegt in Richtung Frontseite, so dass Regler- und Fader-Potis in direktem Kontakt zu ihr stehen, die andere befindet sich auf der gegenüberliegenden Innenwand und ist an die Rückseite der Steckverbinder gelötet. Verbunden sind beide durch Flachkabel, wie sie aus dem innern eines PC bekannt sind. Das Schaltnetzteil (siehe Glossar, Heft Weihnachten 2006) führt zusätzlich, durch die trafolose Konzeption, zu einer erheblichen Reduzierung des Gewichts und des benötigten Platzes. Als Massenware erhältlich ist es letztlich aber auch ein preislicher Vorteil. In der Summe führen dann die 30 Prozent Bauteile und 70 Prozent Luft zu dem zunächst überraschenden Gewicht. Auffällig sind außerdem zwei Dinge: Zum einen die vergoldeten Pins der Main-Ausgänge, die zu einer optimierten Signalübertragung beitragen und der Gebrauch von Heißkleber zur Fixierung von Verbindungen und Bauteilen. Als schnellste und einfachste Lösung sind sowohl die Netzsteckerbuchse oder der Powerschalter, als auch einige entscheidende Kabelverbindungen gesichert. Das sieht nicht schön aus, erfüllt aber den Zweck einer fast untrennbaren Verbindung. Von außen betrachtet verfügt der Rack-Mixer über zehn identisch aufgebaute Kanalzüge, wobei die letzten beiden ausschließlich für Stereo-Line-Signale vorgesehen sind. Sechs gekapselte und ihrer Funktion nach farblich unterschiedlich markierte Drehregler, befinden sich jeweils links neben dem Fader. Dieser ist wie seine zehn Zwillingsbrüder ein haptisches Vergnügen. Die gerillte und nach innen gewölbte Grifffläche ermöglicht eine exakte Justierung des Pegels über eine Länge von 60 mm. Außerdem von Vorteil ist der zähe Widerstand beim Verschieben der Fader, welcher punktgenaue Einstellungen begünstigt und versehentliches Verstellen verhindert. Dem Signalfluss folgend befindet sich zu oberst...