Sie kennen das: Vor dem Kauf schien der neue Synthesizer die Lösung all Ihrer Soundprobleme, jetzt bleibt er meist ungenutzt, weil seine Bedienung zu kompliziert ist. Dass solcher Frust vermeidbar ist, beweist Native Instruments mit der vierten Version des Klangzauberers Absynth.
Was mit der universellen Sound-Plattform Kore Mitte 2006 begann, setzt sich nun in den Software-Produkten von Native Instruments fort. Das Stichwort lautet: intuitive Bedienbarkeit komplexer Software. Für die Berliner Firma ist es nur logisch, sämtliche Eigenprodukte an die Kore Plattform anzupassen, was freilich nicht nur Besitzern von Kore zu Gute kommt. Das aktuelle Beispiel betrifft die vierte Version des Software-Synthesizers Absynth, die durch flexible Möglichkeiten des Sound-Designs besticht (siehe Kasten). Knapp 300 Euro sind beim Neukauf von Absynth 4 zu bezahlen. Die Besitzer der Vorversion erhalten das Update für etwa 100 Euro.
Ebenso wie Massive (Test in Heft 12/2006) verfügt jetzt auch Absynth über eine Datenbankfunktion, um Klänge schnell und bequem zu indizieren und zu suchen. Damit wäre das Pflichtenheft eigentlich schon erledigt. Doch das allein würde diesem Update nicht gerecht werden. Die Version 4 enthält eine Vielzahl neuer Features sowohl hinsichtlich der Formung von Klängen als auch in Bezug auf die noch leichtere Bedienbarkeit. So wartet sie mit insgesamt 16 so genannten Makro-Controllern zur bequemen Editierung eines oder simultan mehrerer Parameter auf. Endlich gibt es jetzt eine einfache ADSR-Hüllkurve, die einen spontanen Eingriff in den Klangverlauf gestattet. Was die Klangerzeugung betrifft, sind die neue Wave-Morph-Funktion und die Sync-Granular-Synthese zu nennen. Zusätzlich ist das halbmodulare Konzept der Verknüpfung einzelner Klangbausteine im Patch-Fenster noch flexibler ausgefallen. Schließlich gibt es noch viele weitere Neuigkeiten in Absynth 4 zu entdecken, von denen wir die wichtigsten Funktionen vorstellen.
Die auffälligste Neuerung bei Absynth 4 ist der neue Look der Bedienoberfläche, die jetzt ungleich heller gestaltet ist. Ein pastellfarbener Grünton ersetzt das eher dunkle Giftgrün auf schwarzem Hintergrund. Die Fader-Elemente besitzen keine weiß-bläulichen Balken mehr; stattdessen heben sich nun gelbe Statusbalken deutlich vom Hintergrund ab. Felder mit Ziffern lassen sich dank fetterer Schrift wesentlich besser ablesen. Die ovalen Punkte daneben –zur Anwahl und zum Ändern der Werte mit Hilfe der Maus – sind beibehalten worden. Der Aufbau der permanent im oberen Viertel integrierten Navigationsleiste mit den Buttons zur Anwahl der einzelnen Unterfenster wurde neu organisiert. Dort finden ab sofort acht Buttons, um die jeweiligen Fenster aufzurufen. Nach wie vor lassen sich darüber die Patch-, Wave-, Envelope-, LFO- und Effekt-Fenster aktivieren. Neu hinzugekommen sind ein Browser- und Attribute-Fenster, um Presets zu suchen und zu indizieren, sowie ein Performance-Dialog, der sämtliche Funktionen zur globalen Einstellung und