Test: Mastering-Monitor Strauss SE-NF-3

Anspruchsvoller Flachmann

Gerade bei akustischer Musik streben engagierte Musiker und Produzenten das audiophile Endprodukt an. Vom fertigen Master erwarten sie nichts weniger als einen klingenden Solitär. Ein Mastering-Monitor mit markantem Äußeren und schmucklosem Namen will dafür die besten Voraussetzungen bieten.

Von Harald Wittig

Die Strauss Elektroakustik GmbH, kurz SE, hat ih-ren Firmensitz in der Schweiz, genauer in Bern. Das Unternehmen wurde erst 1996 von Jürgen Strauss gegründet. Er ist gelernter Physiklaborant und widmet sich bereits seit rund 20 Jahren mit Hingabe seinem Spezialgebiet, der Elektroakustik. Von 1986 bis 1988 arbeitete er als Berater in Akustikfragen im schweizerischen Tonstudio Pawel, das heute unter dem Namen Pawel Acoustics unter anderem edle Abhöranlagen und spezielle Verstärkereinheiten für Stax-Kopfhörer herstellt. Ab 1989 entwickelte Strauss Lautsprecher bei der für ihre koaxialen Bändchensysteme bekannten Piega AG und war bei der ehemals staatlichen Schweizer Post (PTT), heu-te Swisskom, mit der Planung von Fernmelde-Anlagen betraut. 1993 machte er sich selbstständig, um sich ganz seiner Leidenschaft, der Raumakustik und dem Akustikdesign zu widmen.

Im Rahmen seines kleinen, in Kennerkreisen hoch angesehenen Unternehmens, spezialisierte sich Strauss darauf, Lautsprecher zu entwickeln. Sein bisher größter Erfolg liegt fünf Jahre zurück. Damals stattete SE zwölf Mastering-Studios der neuen Sony Music Studios in Tokio mit speziell entwickelten Midfield-Mastering-Monitoren aus, wobei Strauss die akustische und klangästhetische Optimierung der Abhörräume in Japan vornahm. Die Sony-Toningenieure vertrauen dort seitdem fürs Mastern von Super-Audio-CDs auf die Lautsprecher aus der Schweiz – sicher keine schlechte Referenz.

Die Produktpalette von SE ist auf den ersten Blick überschaubar: Neben raumakustischen Bauelementen wie Absorbern, Diffusoren und Resonatoren bieten die Eidgenossen eine Kleinserie von drei Mastering-Monitoren an, die erst seit Kurzem über D.C. Electronic auch hierzulande erhältlich sind. Die Serie umfasst die beiden Midfield-Monitore SE-MF-2 und SE-MF-1 und den Testlautsprecher, den kleinen SE-NF-3. Preislich rangieren die SE-Monitore bereits in den oberen Preisregionen: 17.000 Euro kostet der große MF-2, für den kleineren MF-1 sind 5.300 Euro zu ver-anschlagen. Auch der getestete NF-3 gehört mit einem Stückpreis von etwa 2.100 Euro als Nahfeldmonitor nicht zu den kostengünstigen Angeboten auf dem Lautsprechermarkt.

Wer das nötige Kleingeld zur Verfügung hat, kann es auch richtig exklusiv – und dementsprechend sehr teuer – haben. SE fertigt auf Kundenwunsch maßgeschneiderte Lautsprecher. Dabei gehört es zum...

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