… hätte der Philosoph René Descartes wohl gesagt, wäre er Tontechniker gewesen, der bislang unter akustisch problematischen Bedingungen gearbeitet und diese erstmals mit dem Raum-Optimierungs-Prozessor ERGO von KRK beseitigt hätte. Wie das geschieht und ob Ihre Mixe nach erfolgreicher ERGO-Behandlung fortan mehr Konsistenz besitzen, klärt der wie immer ausführliche Test.
Eines ist wahr: Selbst der am besten klingende Studio-Monitor der Welt produziert nur einen matschigen und diffusen Klang, wenn er in einem akustisch unzulänglichen Raum aufgestellt wird, was für so ziemlich jede Örtlichkeit zutrifft, möchte man darin Musik mischen. Deshalb setzt der Profi auf sündhaft teure Maßnahmen zur akustischen Optimierung seines Arbeitsplatzes, um ein verlässliches Ergebnis seiner Arbeit zu erhalten, das in jeder Abhörsituation bestehen kann. Doch nicht jeder hat mal gerade ein fünfstelliges Euro-Sümmchen oder mehr zur Hand, um seine Abhörbedingungen zu verbessern. Das hat nicht nur die HiFi-Szene erkannt, sondern auch der Pro-Audio-Bereich, die beide zusammen mit ungleich günstigeren Hard- und Software-Lösungen Vergleichbares erreichen wollen, so etwa JBL mit seinem Monitor LSR4328P, der sich mittels angeschlossenem Mess-Mikrofon auf die räumlichen Bedingungen einstellt (Test in Heft 5/2006) oder das Software basierte ARC System von IK Multimedia (Test in Heft 01/2008). Der amerikanische Studio-Monitor-Hersteller KRK will fortan ebenfalls ein gewichtiges Wörtchen in dieser Disziplin mitreden und schickt mit dem digitalen Raum-Prozessor ERGO seine Version eines Akustik-Optimierungs-Systems ins Rennen um die Gunst des Käufers. Die Produkt-Bezeichnung ist eine Abkürzung und steht für „Enhanced Room Geometry Optimization“, was auf Deutsch in etwa „Erweiterte Raum-Dimensions-Verbesserung“ heißt. Das rund 700 Euro kostende Hardware-System besteht aus einem Mess-Mikrofon, einer kleinen Desktop-Konsole und einer Kalibrierungs-Software. Die Hauptrolle in diesem Trio spielt das Tischgerät, das als Schaltzentrale mit digitalen und analogen Ein- und Ausgängen ausgestattet ist und gleich drei Aufgaben beziehungsweise Geräte-Gattungen in sich vereinigt, nämlich Raum-Analyse und -Korrektur, Audio-Interface und Monitor-Controller. ERGO nimmt wahlweise analoge oder digitale Stereosignale entgegen und schickt diese, nach erfolgreicher Klang-Optimierung im Gerät, an zwei Monitorpärchen, 2.1-Systeme eingeschlossen. Die Raum-Analyse und -Korrektur erledigt im Inneren des Gerätes ein 400 Megahertz starker Blackfin-DSP des amerikanischen Chip-Herstellers Analog Devices. Zum Einsatz kommt dabei der sogenannte „RoomPerfect“-Algorithmus, der vom dänischen HiFi-Geräte-Hersteller Lyngdorf Audio entwickelt und patentiert wurde und den KRK für ERGO in Lizenz erworben hat.
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