Test: Recording-Module Summit Audio Desktop Recording Line

Audio-Trilogie

Nach dem Motto: Aller guten Dinge sind drei, haben wir uns einen Vintage-Chanel-Strip aus Produkten der Desktop Recording Line von Summit Audio zusammengestellt  und es uns nicht nehmen lassen, diese ausgiebig unter die Lupe zu nehmen.

Von Michael Nötges

Was lange währt ist oftmals gut. Seit rund 20 Jahren zieht die Firma Summit Audio Inc. aus Gardnerville im US-Bundesstaat Nevada ihre klingenden Kreise. Genau genommen begannen die ersten Vorstöße 1979 mit dem Vorsatz, das am besten klingende und vor allem zuverlässigste Audio-Equipment zu entwickeln. Das erste Meisterstück dieser Bemühungen war der 1985 erstmals erschienene Röhrenkompressor TLA-100, der in seiner überarbeiteten Form, dem TLA-100A bis heute in Profikreisen einen ausgezeichneten Ruf genießt. Die Konstruk-tionen als Kombination aus Solid-State- [g] und Röhren-Schaltkreisen sind grundlegend die gleichen geblieben, was auf eine schon damals ausgetüftelte und gut durchdachte Konzeption hindeutet, die zeitlos den Ansprüchen von Musikern und Produzenten gerecht wird. Im Gegensatz zu der Classic-Line von Summit-Audio, die Vorverstärker, Kompressoren und Equalizer im 19-Zoll-Gehäuse mit Preisen jenseits von 2000 Euro umfasst, wendet sich die Desktop Recording Line an preis- und klangbewusste Studiobesitzer und klaustrophobe Audiophile, deren Outboard-Equipment sich mittlerweile bis unter die Decke ihres kleinen Studios stapelt und die glauben, dass eine effektive Ausdünnung der Studioperipherie die kreative Muse beflügeln könnte. Erfreulich ist nicht nur die Tatsache, dass die Module der neuen Produktlinie, bestehend aus dem Mikrofon- und Linevorverstärker 2BA-221 (629 Euro), dem TD-100 Vorverstärker für Instrumente (469 Euro), dem TLA-50 Kompressor (629 Euro) und dem Vierband-Equalizer FeQ-50 (949 Euro), lediglich eine Höheneinheit messen und bequem zu zweit nebeneinander im Rack Platz finden. Auch preislich eignen sie sich für eine Radikalkur, da sie allesamt weit unter 1000 Euro bleiben, aber trotzdem hervorragende Qualität offerieren. Für unseren Test haben wir uns einen viel versprechenden Kanalzug zusammengestellt, bestehend aus dem 2BA-221 als Röhrenvorstufe, dem TLA-50 für die Kompression und den FeQ-50 als passiven Equalizer.

Alle drei Geräte sind aus dem gleichen Holz geschnitzt. Die Frontplatte ist zirka drei Millimeter dick und besteht aus gebürstetem Aluminium. Das rotbraune Gehäuse aus durchlöchertem Stahlblech begünstigt die Wärmeableitung und Luftzirkulation für die Röhrenschaltkreise und wirkt strapazierfähig. Im optischen Zusammenklang mit den Bedienelementen – silberne Kippschalter und rote oder schwarze Drehregler, die stilistisch stark an die 1970er Jahre erinnern – spiegelt das Design das wider, was uns klanglich versprochen wird: analoger Vintage-Sound. Die griffigen Regler sind für die beengte Situation auf der Frontplatte verhältnismäßig groß geraten und damit leichtgängig zu bedienen. Punkten können sie nicht durch luxuriösen Bedienkomfort aber durch ihre Zweckdienlichkeit und Funktionalität.

Die Verarbeitung sowohl von innen als auch von außen betrachtet zeigt sich ordentlich und funktionell, was an den fest arretierten Anschlussbuchsen und den penibel verarbeiteten...

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