Mit Taschenspielertricks und Mogeleien hat das 8pre von Motu nichts am Hut. Vielmehr verspricht es solides Handwerk zu einem fairen Preis.
Als die amerikanische Firma Mark of the Unicorn (Motu) 1985 mit dem Performer das erste Musikprogramm für den Mac auf den Markt brachte, ahnte wohl noch keiner, dass sich die Entwickler aus der renommierten Universitätsstadt Cambridge auch sehr erfolgreich dem Bereich der Audio-Hardware widmen sollten. Heute bietet Motu sowohl Produkte im Bereich der Audio-Software als auch MIDI- und Audio-Interfaces in unterschiedlichen Ausführungen an. Die Produktpalette reicht, um sowohl ambitionierten Homerecordlern, als auch Profis Interessantes für ihr Studio zu bieten, wobei hohe klangliche Qualität zu humanen Preisen versprochen wird. Neben den PCI-Lösungen für feste Audio-Interface-Installationen, bietet Motu unterschiedliche USB- und Firewire-Alternativen an, die sich auch für mobiles Re-cording mit dem Labtop eignen. Nach dem von uns bereits in Ausgabe 07/2006 getesteten Ultralite, schauen wir uns diesmal das umfang-reichere und anders konzipierte 8pre genauer an. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hier um ein Firewire Audio-Interface, das für jeden der acht Kanäle mit einem Instrumenten- und Mikrofoneingang bestückt ist. Dabei kann es Samplingraten bis zu 96 Kilohertz bei 24 Bit Wortbreite verarbeiten. Neben dieser Funktion ist das 8pre aber auch als Erweiterung bereits bestehender Setups einsetzbar. Nicht über Firewire mit dem Computer verbunden, entpuppt sich das 8pre als A/D-Wandler und Vorverstärker, der sich über die optischen ADAT-Ausgänge in passenden Audio-Umgebungen expandierend nützlich macht. Wie bereits erwähnt wird der Geldbeutel nicht arg in Mitleidenschaft gezogen, da das 8pre für rund 690 Euro zu haben ist. Außerdem hat Motu mit der Software Cue Mix Console auch noch ein Ass im Ärmel, um softwareseitig aufzutrumpfen.
Das schwarze 19-Zoll-Gerät nimmt eine Höheneinheit im Rack in Anspruch und ist ohne die abschraubbaren Rackohren ebenfalls ein dankbarer und robuster Reisebegleiter. Durch seine abgerundeten Ecken und Kanten findet er sich in einer Equipment-Tasche oder einem Rucksack für den Transport mit dem restlichen mobilen Equipment gut zurecht. Auf der Rückseite befinden sich die acht analogen Eingänge in Form von XLR-Klinke-Kombi-Buchsen.
Die symmetrischen Haupt-Ausgänge im 6,35-mm-Klinken-Format, sind mit vergoldeten Kontakten zur besseren Signalübertragung veredelt, was gerade im Live-Einsatz aber lei-der nicht zu sicheren Verbindungen führt, wie sie von arretierten XLR-Steckern gewährleistet werden. Zwei Firewire-Schnittstellen bilden den Knotenpunkt für die Anbindung an die DAW und zusätzlich stehen je zwei optische ADAT-Ein- und ADAT-Ausgänge für die digitale Datenübertragung zur Verfügung. Über den MIDI-Ein- und MIDI-Ausgang kann das 8pre 16 Kanäle empfangen und dieselbe Anzahl an externe Geräte weitergeben und damit auch in größere MIDI-Umgebungen eingebunden werden. Insgesamt stehen damit 16 Eingänge – je acht analoge und digitale –, sowie 12 Ausgänge – zwei Stereoausgänge (Main/Kopfhörer) und acht digitale ADAT-Ausgänge für Recording-Sessions bereit.
Die Frontplatte präsentiert sich im übersichtlichen Schwarzweiß, das durch die bunten LEDs der Kontrollanzeigen-Sektion aufgelockert wird. Insgesamt nicht viel größer als ein Handy-Display, zeigen sich pro Kanal fünf übereinander angeordnete Leuchtdioden, die eine Matrix mit acht mal fünf Punkten bilden und je nach Modus...