Mit einem bislang nicht da gewesenen Gesamtkonzept schreibt der deutsche Hersteller RME ein neues Kapitel in der Geschich-te der Mikrofon-Vorverstärker. Einzigartigen Bedienungskomfort und ausgezeichnete Klangqualität gibt es als Dreingabe.
Noch vor wenigen Jahren waren mächtige Mischkonsolen Vorrausetzung für professionelles Arbeiten im Studio und nur Konsolen mit großem Namen bürgten auch für Highend-Klangqualität; seither hat sich die Studioszene radikal gewandelt. Die moderne, deutlich günstigere Alternative: Ein potenter Audio-PC, darauf installiert eine mittels Controller zu bedienende DAW und eine flexibel ausgelegte Monitoring-Einheit bilden zusammen das leistungsfähige Herz des Studios. Dazu kommen noch, abhängig vom Anspruch und Einsatzzweck, einige ausgewählte Effektgeräte und natürlich hochwertige Wandler und Vorverstärker.
Insbesondere das Angebot an Vorverstärker-Wandler-Kombinationen in den unteren und mittleren Preisklassen wuchs in letzter Zeit geradezu explosionsartig. Doch wer höchste Ansprüche befriedigen wollte, musste meist auf getrennte Wandler-Verstärker-Lösungen setzen, zumindest, wenn es sich um mehrkanalige Lösungen handelt. Das wollen jetzt einige re-nommierte Anbieter mit neuen Konzepten ändern.
Der amerikanische Vorverstärker-Spezialist Millenia beispielsweise zeigte auf der NAMM-Show im Januar den Prototyp seines HV-3R, ein komplett programmier- und fernsteuerbarer Achtkanal-Pre-Amp. Der deutsche Studioausrüster RME ist noch einen Schritt weiter und liefert seine neuste Kreation bereits an den Handel: den Micstasy, ein Achtkanal-Mikrofon-Vorverstärker mit integriertem D-/A-Wandler und einer Reihe von Features, die dieses gut 3.600 Euro teure Schmuckstück derzeit einzigartig machen.
Als Herzstück in jedem der acht Vorverstärkerzüge arbeitet der Mikrofon-Vorverstärker-Chip PGA2500 von Texas Instruments. Besonderheit: Seine Verstärkung lässt sich digital steuern. Dies nutzt Mathias Carstens, technische Kopf von RME, unter anderem auch für eine clever konzipierte Fernsteuerung des Micstasy, doch dazu später mehr. Ihre analog verstärkten Daten liefern die acht Mic-Pres parallel an je einen Analogausgang (acht XLR-Buchsen) und an hochwertige Analog-Digital-Wandler von Cirrus Logic, dem renommierten IC-Hersteller aus Austin, Texas. Die Wandler wiederum beliefern zwei ADAT-Ausgänge und vier AES/EBU (25-polige Sub-D-Buchse) mit digitalen Signalen. Die Samplingfrequenzen der an den Sub-D-Buchsen anliegenden Digitalsignale dürfen zwischen 32 und 192 Kilohertz liegen.
Am ADAT-Ausgang „Main˝ liegen bei Samplingfrequenzen bis 48 Kilohertz acht Kanäle vor, der zweite ADAT-Ausgang „Aux˝ liefert in diesem Singlespeed-Modus keine Audio-Signale. Bei Samplingfrequenzen von 88,2 und 96 Kilohertz wechselt der Micstasy intern in den Samplesplit-Modus und verteilt die acht Kanäle auf...