Während sich Regieräume mit überdimensionierten Konsolen immer noch gerne im Stile unübersichtlicher Pilotenkanzeln zeigen, erfreuen sich moderne D.A.W.-gestützte Lösungen einer neuen, viel versprechenden Einfachheit. Mit welchem Equipment dies gelingen kann, zeigt das Monitoring System m904 von Grace Design.
Die heutige Bezeichnung des Cockpits ist auf die blutigen Schiffslazarette des 18. Jahrhunderts zurückzuführen, die von der Besatzung sarkastisch mit den so genannten ‚Pits’ bei Hahnenkämpfen verglichen wurden und immer ganz vorne im Bug des Schiffes zu finden waren. Aber weder Hahnenkämpfe noch blutige Kriegsszenen sollen hier beschrieben werden, sondern vielmehr ein Produkt der amerikanischen Edel-Schmiede Grace Design, das auf dem Weg aus dem oft unübersichtlichen Chaos komplexer Studio-Szenarios in die elegante Einfachheit moderner D.A.W.-gestützter Lösungen führt. Diese Audio-Arbeitsplätze bestehen im Wesentlichen aus einem leistungsstarken Rechner und ausgewählten Outboard-Equipment, wobei auf die großen Mischpulte immer häufiger verzichtet wird und die Konzentration auf guten Wandlern und Vorverstärkern, sowie einem exzellenten Audio-Interface liegt. Viele Features, wie Synthesizer oder Effekte sind heute Software-seitig einfacher und günstiger zu realisieren. Das Monitoring System ersetzt damit die Mas-ter-Sektion eines Mischpultes und soll den Bedienkomfort zum Abhören im Studioalltag aufrechterhalten. Es dient als Steuerungseinheit, kontrolliert vier analoge und fünf digitale Stereo-Signale (AES3, S/PDIF, ADAT) gleichermaßen und dient dabei als Front-End der D.A.W.. Es sind dabei alle wichtigen Parameter intern kalibrierbar, so dass das m904 sich optimal in bestehende Audio-Umgebungen integrieren lässt. Au-ßerdem steht zusätzlich ein DAC-Modul zur Verfügung. .
Das m904 ist neben der Standardversion, die 2915 Euro kostet und als einfaches 19-Zoll-Gerät mit den Bedienelementen auf der Frontseite geliefert wird, auch als zweiteilige Variante erhältlich. Diese besteht aus dem m904b (2410 Euro), einer abgespeckten 19-Zoll-Einheit ohne Bedienelemente, und der dann obligatorischen Fernbedienung m904RCU (1473 Euro). Der Plan-B als komfortablere Lösung kostet fast 1000 Euro mehr, erweitert dafür allerdings auch deutlich die Bewegungsfreiheit. Für unseren ausführlichen Test widmen wir uns der Stan-dardversion des m904 und wollen an späterer Stelle sehen, wie es sich in der Praxis schlägt.
Ein Blick in den Produktkatalog von Grace Design offenbart die eindruckvolle Corporate Identity der Firma, die sich durch den Schrift-zug, aber vielmehr noch durch die edel gebürsteten Stahlgehäuse, sowie die hoch-wertigen Bedienelemente und Bauteile unweigerlich einprägt. Schon der robuste achtkanalige Vorverstärker m801 (siehe Test, Heft 02/2007) war nicht nur optisch und haptisch ein Genuss, sondern wusste auch durch sein hohes klangliches Niveau zu überzeugen. Das Konzept und die Bauweise des m904 schlagen in die gleiche Kerbe. Das Gehäuse ist akkurat verarbeitet und genauso robust wie edel konzipiert und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass hier mit äußerster Sorgfalt gearbeitet wurde...