Preisfrage: Was tun, wenn man nach einer Schlagzeug-Recordingsession, die der Drummer mit der Form seines Le-bens abgeliefert hat, entdeckt, dass der Klang doch nicht gefällt? Neu aufnehmen? Früher vielleicht. Ab jetzt ist die Software Drumagog das probate Mittel, um die Scharte auszuwetzen.
Es sind oft die kleinen Hinterhoffirmen, nicht selten von Musikern oder Toningenieuren als Einmannbetrieb gegründet, die mit bahnbrechenden Ideen und Produkten für Aufsehen sorgen. Grund: Aus Frustration über nicht vorhandene Soft- oder Hardware wollen sie produktionstechnische Missstände beseitigen – die Lösungen finden dann sogar häufig reißenden Absatz. SPL (Firmenporträt in Heft 5/2006) oder Creamware (Heft 11/2006) sind beste Beispiele dafür. Das in Chicago ansässige Unternehmen Wavemachine Labs reiht sich mit der Software Drumagog in die Schar dieser Hersteller ein. In Deutschland ist die Software jedoch erst seit circa einem Jahr etwas bekannter. Nicht ohne Stolz und mit Begeisterung berichtet uns Konstantin Themelidis vom deutschen Vertrieb Digital Broadcast Systems (DBS), wie er während der vorletzten NAMM-Show auf Chefentwickler und Mastermind Rim Buntinas traf. Der stellte ihm das Konzept von Drumagog vor – den Austausch von zuvor aufgenommenen Drumsounds gegen Samples unter Beibehaltung des Grooves – und überzeugte ihn sofort vom Wert dieser Software. Themelidis wurde schnell mit Buntinas handelseinig; seitdem gibt es die Version Drumagog Pro für knapp 290 Euro ausschließlich in Deutschland als Retailversion im Karton, mit gedrucktem Handbuch und einer knapp vier Gigabyte großen DVD mit Drumsounds. Daneben ist noch die Version Drumagog Basic mit eingeschränktem Funktionsumfang erhältlich, die wie die Pro-Version in den Staaten nach wie vor nur per Download im Onlineshop von Wavemachine Labs geordert werden kann.
Mit den Versionen Drumagog BFD und Drumagog Platinum erweitert das Unternehmen die Software um weitere Funktionen. Vorrangig geht es dabei um die unkomplizierte Kommunikation und Einbindung von Sounds der Drum-Software BFD der britischen Softwareschmiede Fxpansion. Beide Versio-nen befinden sich momentan noch im Beta-Stadium. Zur Musikmesse in Frankfurt am Main soll die Platinum-Version ebenfalls in Retail-Form bei DBS vorliegen. Voraussichtlicher Verkaufspreis: knapp 380 Euro. Professional audio Magazin testete Drumagog Pro in der Version 4.09 und konnte vorab schon mal die Beta-Version von Drumagog Platinum unter die Lupe nehmen, die auch als Demoversion auf der Homepage von DBS (www.dbsys.de) zum Download bereitsteht.
Die Technologie, die hinter Drumagog steckt, klingt anfangs eher banal. Es wundert einen sogar, dass etablierte Firmen nicht schon früher auf diese Idee gekommen sind. Das Drumagog Plug-in wird zunächst in den Kanal-Insert einer aufgenommenen Schlagzeugspur eingebunden. Bei der Wiedergabe der Spur nimmt das über VST, AU und RTAS lauffähige Plug-in die Audio-Information entgegen, riegelt die Klangausgabe der Spur ab, analysiert die Signale des Au-diostroms und spielt bei Eintreffen eines Transienten anstelle des Originalklangs ein zuvor im Plug-in geladenes Sample ab. Der Clou an Drumagog ist, dass ein intelligenter Trigger-Algorithmus den punktgenauen Einsatz eines Instrumentes erkennt und auch die Dynamik der Originalaufnahme exakt reproduziert; das führt zu einem...