Interview: Klaus Heuser

„Auch ich muss noch lernen“ Extended User Inhalte

Auch nach seinem Ausstieg bei der Kölsch-Rockband BAP blieb Klaus Heuser, genannt „Major“, ein viel beschäftigter Mann: Er produzierte andere Künstler, schrieb Musik fürs Fernsehen und richtete sich sein
eigenes Studio ein. Professional audio Magazin sprach mit dem Vollblutmusiker über seine Pläne.

Das Interview führte Professional audio Magazin-Redakteur Harald Wittig.

Auf der offiziellen Homepage der Kultband BAP findet sich gerade Das aktuelle Werk von Klaus „Major“ Heuser mal ein Satz über den Mann, der bei den enthält zeitlose Pop-/Rockmusik. Kölnern in der Anfangszeit zum Inventar
zählte: „Von 1980 bis 1999 gehörte Klaus ‚Major’ Heuser zur festen Bandbesetzung, dessen musikalische Handschrift untrennbar mit BAP Klassikern wie ‚Ne schöne Jrooß’ oder ‚Verdamp lang her’ verbunden ist.“ Das war’s – und lange schien es auch still um Klaus Heuser zu
sein.
Doch nicht mehr mit Wolfgang Niedecken und Co auf Tour oder ins Studio zu gehen, heißt für Heuser nicht, untätig zu sein. Jetzt tritt er sogar wieder selbst ins Rampenlicht: Gemeinsam mit der bislang nur Berlinern bekannten Sängerin Susanne Werth präsentiert er das Album Major & Suzan. Alle Stücke darauf hat er selbst komponiert und das Werk anschließend im eigenen Studio produziert. Grund genug für Professional audio Magazin,
mehr über die Entstehung der CD und die Arbeitsweise Klaus Heusers zu erfahren.

? Nach Jahren im Verborgenen treten Sie wieder auf und dann noch als alter Hase mit einer absoluten
Newcomerin – wie kommt denn das zusammen?

! Das fing eigentlich mit einem Missverständnis an: Ich hatte schon länger ein Solo-Album in Planung, habe ständig Stücke geschrieben, aber es fehlte mir noch eine Stimme. Susanne hatte mir ein Demoband ihrer damaligen Band geschickt, das ich aber ziemlich schrecklich fand. Nur wollte sie gar nicht, dass ich ihre Band produziere, sie hatte sich damit bei mir als Sängerin beworben. Das wurde mir aber erst klar, als sie ein
Jahr später hier plötzlich vor der Tür stand. Wir haben dann ganz spontan ein paar Sachen gemacht. Dabei habe ich gemerkt, dass sie weit mehr zu bieten hat, als mit ihrer Folk-Band rüberkommt. Wir beide spürten, dass das was werden kann. Sie mochte meine Musik und mir gefiel ihr Gesangsstil. Sie hat zwar nicht so diese Rockröhre, doch schon die ersten Aufnahmen hatten einfach was. Und so haben wir musikalisch zusammengefunden. Die Arbeit hat dann auch problemlos geklappt. Sie kam von Berlin nach Köln, immer für eine Woche und wir haben aufgenommen.

? Wie entstand die CD? War alles im Detail vorher ausgearbeitet oder gab es nur Skizzen von den Stücken?

! Ich mache zunächst immer ziemlich komplette Demos. Da arbeite ich mit Apple Logic, programmiere Drumtracks,
spiele Basslinien, Keyboards und die Gitarren ein. Es gibt auch Gesangsspuren, damit der Sänger gleich weiß, was ich erwarte. Erst wenn ich mit den Demos zufrieden bin, suche ich die Musiker für die eigentliche Produktion. Zunächst werden die Schlagzeug- und Bass-Spuren eingespielt – es bringt schließlich nichts, wenn die Gitarre metronomisch genau eingespielt ist, aber die Rhythmusgruppe ganz anders mit dem Timing
umgeht. Die Gitarren spiele – logisch – ich. Bei dem aktuellen Projekt spielte ich auch ein paar Keyboard-Passagen. Aber das ist eine Ausnahme, denn eigentlich bin ich kein wirklich guter Keyboarder; für die schwierigen Dinge hole ich zu Plattenaufnahmen deshalb einen, der das richtig beherrscht. Zum Beispiel für
das jazzige Solo auf „Why am I“. Für so was braucht man einen echten Pianisten. Ganz zum Schluss kommt dann der
Gesang.

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