Test: Aktiv Monitor Adam Artist

Kleiner Abhörkünstler

Der Nahfeldmonitor mit dem anspruchsvollen Namen aus dem Hause Adam besticht vor allem durch sein unkonventionelles und attraktives Äußeres. Bleibt die Frage, ob seine inneren Werte der schönen Hülle gerecht werden.

Von Harald Wittig

Der Berliner Hersteller Adam bietet eine breite Palette hochwertiger Lautsprecher: Außer solchen für HiFi- und Heimkinoanlagen sind es vor allem die Studiomonitore, die den Hauptstädtern seit langem einen guten Ruf bei Tonmeistern und anspruchsvollen Amateuren verschafft haben. Der Artist ist ein aktiver Zweiwege­Bassreflex-Lautsprecher und als solcher jüngster Spross unter Adams Nahfeldmonitoren. Er ist Teil der neuen Produktlinie Lifestyle, die bestmögliche Klangeigenschaften mit kompakter Bauweise und ansprechendem Design verbinden soll. Konzipiert wurde er als Desktopmonitor für eine beengte Arbeitsumgebung oder wahlweise für den mobilen Einsatz. Klanglich soll er auch den Ansprüchen professioneller Anwender genügen.
 
Wie bei allen Adam-Lautsprechern arbeitet der Hochtöner des Artist als Bändchen-Hochtöner mit der so genannten Accelerated Ribbon Technology, kurz A.R.T. Bei mittleren Frequenzen stößt dieses Wandlungsprinzip wegen des nötigen größeren Luftspaltes an seine Grenzen, für Tieftöner verbietet es sich ganz. Folglich greifen die Artist-Entwickler für Basslautsprecher auf das Kolbenprinzip zurück:  Deren konische Membran besteht aus dem Hartschaumstoff Rohacell, der mit dem synthetischen Werkstoff Tepex ummantelt ist. Diese Kombination zeichnet sich durch eine hohe Steifigkeit bei minimalem Gewicht aus. Dadurch hält das Material auch hohe Druckschwankungen aus, was mögliche Klangverfärbungen bei der Basswiedergabe verhindern soll. Selbstverständlich wurde der Artist noch magnetisch abgeschirmt, um ihn in der Nähe von Computermonitoren zu betreiben.

Das Gehäuse des Artist aus eloxiertem Aluminium leuchtet in sanftem Silber­glanz und ist ein echter Blickfang: Der Lautsprecher vermittelt dadurch auf dezente Weise Wertigkeit und Handwerkskunst, die noch zusätzlich durch die Formgebung des Gehäuses mit seinen gewölbten Seiten unterstützt wird. Durch sein geschmackvolles Erscheinungsbild spricht der Artist den Betrachter an: nicht aufdringlich, gleichwohl viel direkter als andere Monitore, die äußerlich eher auf nüchterne Funktionalität setzen. Zumindest Studiobetreiber und Heimtechniker, die bei der Auswahl ihres Handwerkszeugs ästhetische Gesichtspunkte mit einbeziehen, dürften am Design des Lautsprechers Gefallen finden. Für diese Benutzergruppe bietet ADAM außerdem als Zubehör einen spe­ziellen Acryl-Sockel an, mit dem sich der Artist leicht angewinkelt auf dem Regietisch aufstellen lässt.
 
Das Gehäuse nimmt nicht mehr Raum ein als zwei Bände einer Enzyklopädie, weswegen die Aufstellung auf dem Regietisch in eher beengten Projektstudios ohne große Probleme möglich ist. Trotz kompakter Abmessungen, ist der Kleine kein Leichtgewicht: Immerhin sechs Kilogramm bringt er auf die Waage. Das Gewicht resultiert nicht allein aus den integrierten Verstärkern – separat für Hoch- und Tieftöner –, mitverantwortlich ist auch das massive Aluminiumgehäuse mit seinen gewölbten Seitenwänden, die ihrerseits einiges an Masse mitbringen. Die konvexe Gehäuseform ist zwar fertigungsaufwändig, sorgt aber für eine Reduktion interner Reflexionen, was dem Klang zugute kommt. Außerdem hat die ungewöhnliche Formgebung noch einen Nebeneffekt: Niemand wird auf den Gedanken verfallen, den Artist zu legen. Somit wird er immer, wie vorgesehen, stehend betrieben. Die lifestylige Gestaltung des Artisten bietet also nicht nur was fürs Auge, sondern hat auch praktischen Nutzwert.

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