Mackie Onyx 2480 – Primär für Live-Anwendungen ist die 80er Serie der Onyx-Pulte konzipiert. Doch auch im Studio macht das kleinste Familienmitglied eine gute Figur.
Mit der Onyx-Serie deckt der US-Hersteller Mackie ein großes Spektrum ab. Vom 48-Kanal-Gerät bis hinab zu dem von Professional audio getesteten Modell 2480 mit 24 Kanälen reicht die Palette der unter dem Namen Live Sound Console angebotenen Baureihe. Außer der unterschiedlichen Zahl der Eingangskanäle – und dadurch bedingt der Abmessungen – gibt es dabei keine sichtbaren Unterschiede. Die Ausstattung der Channel-Strips und der Master-Sektion ist immer gleich. Angenehmer Nebeneffekt: Wer mit einem der Geräte vertraut ist, fühlt sich auch bei einem anderen sofort heimisch.
Doch außer diesem modularen Konzept haben die Mackies noch mehr zu bieten. Zu den vom Hersteller besonders herausgestellten Merkmalen zählt ihre Robustheit. Stattliche 43 Kilogramm Kampfgewicht bringt bereits das kleinste Pult der Reihe als Zugeständnis an die Solidität auf die Waage. Angeblich, so der Hersteller, übersteht es sogar einen Sturz aus einem Meter Höhe unbeschadet. Diesen Härtetest ersparen wir uns und dem Pult zwar und nehmen schlicht erst einmal an, dass in der harten, aus pulverbeschichtetem Metall gefertigten Schale mit den solide wirkenden Kunststoff-Wangen auch ein solider Kern steckt. Doch genau wissen wollen wir es schon.
Denn erste Zweifel an der Solidität nährt ein Druck auf den Einschaltknopf, der den Großteil der Equalizer-Drehregler wackeln lässt. Ein Blick ins Innere verrät den Schwachpunkt: Die Platinenbefestigung der Equalizer-Sektion ist etwas unterdimensioniert. Die komplette Platine, die jeweils acht Kanalzüge auf sich vereinigt, ist zwar mit zahlreichen Schrauben fixiert, doch für die Größe der Platine ist weder deren Anzahl noch ihre Positionierung ausreichend. Hier ist Spielraum für Verbesserungen.
Abgesehen von diesem Makel überzeugt das Pult auf Anhieb durch opulente Regel- und Anschlussmöglichkeiten. Die Haupt-Features sind die Mikrophon-Vorverstärker und die schaltbaren Equalizer, die eigens dafür entwickelt wurden. Das ist aber noch nicht alles. Das Onyx 2480 besticht mit einer äußerst charakteristischen Master-Sektion und hat als weitere Besonderheit einen so genannten Matrix-Mischer.
Die Kanalzüge sind mit den üblichen 100mm-Profifadern ausgestattet, die nach unserem Geschmack jedoch ein wenig zu locker und leichtgängig sind. Auffällig: Die Drehregler lassen sich unterschiedlich schwer bedienen. Ein Konzept ist dabei nicht zu entdecken, was den Verdacht nährt, dass hier Potentiometer unterschiedlicher Güte verbaut sind. Gerade in der Equalizer-Sektion wären Potentiometer mit gleichartigem Drehwiderstand von Vorteil, um entsprechend effektiver arbeiten zu können. Sehr gelungen hingegen ist die farbliche Unterteilung der Drehregler für die Aux-Wege, die sich analog dazu bei den Master-Sends wieder finden.
Es gibt zwei unterschiedlich große Drucktaster im Pult, von denen die größeren – 102 an der Zahl – mit einer beigeordneten LED-Anzeige Auskunft über ihren Schaltzustand abgeben. Die insgesamt 431 kleineren Tästchen bieten keine solche optische Hilfe, was bei der Menge an Eingangskanälen und Gruppierung der Schalter durchaus problematisch ist. Gerade in Situationen, in denen nach Fehlern gesucht werden muss, besteht die Gefahr den Überblick zu verlieren. Da helfen auch die zwei Schwanenhalslampen wenig, die optional an zwei Buchsen auf dem Pult anschließbar sind.
Kein Grund zur Klage indes bei den Anschlussmöglichkeiten. Hier fallen sofort die Insert-Buchsen ins Auge, die nicht nur für jeden Kanalzug vorhanden sind, sondern auch bei sämtlichen Aux- und Group-Sends sowie beim Main-Out. Drei 25-polige Sub-D-Anschlussbuchsen – jede davon führt acht Kanäle nach dem Tascam-Standard – erlauben es, das Pult direct out mit Recording-Equipment zu verbinden. Inkonsequent ist allerdings das Fehlen einer Messerleiste zum bequemen Anschluss einer Stage-Box. Strippen ziehen ist also angesagt, was nicht so recht zum Anspruch Live Sound Console passt.