Im Hosentaschenformat gibt’s ein ausgewachsenes Firewire-Interface. Das kleine Kästchen von Edirol hat es ganz schön in sich und anfassen ist ausdrücklich erlaubt.
Das FA-66 von Edirol ist ein externes Audio-Interface, ausgestattet mit sechs Ein- und Ausgängen und zwei Firewire-Anschlüssen zur digitalen Kommunikation. 419 Euro scheinen für dieses kleine Tischgerät auf den ersten Blick ein wenig hoch zu sein. Aber es hat seine Qualitäten.
Das Konzept des FA-66 ist offensichtlich: Die händische Bedienung, sprich das Herumschrauben am Gerät, steht hier im Vordergrund. Denn 99,9 Prozent aller Einstellmöglichkeiten erfolgen an der Hardware. PC-Anwender müssen zwar den üblichen Treiber per CD installieren. Aber danach hat der Anwender seine Ruhe. Lediglich Einstellungen des Sample-Buffers sind logischerweise nur im Computer möglich. Ansonsten arbeitet das rote Kistchen völlig autark. Das dürfte alle diejenigen erfreuen, die stets die Arbeit mit dem Computer nur zähneknirschend als Zugeständnis an moderne Produktionsverfahren akzeptieren.
Mehr noch, bietet das FA-66 die Möglichkeit, sich entweder über das im Lieferumfang enthaltene Netzgerät oder davon unabhängig über das Firewire-Kabel mit Strom zu versorgen. Ein eindeutiger Wink mit dem Zaunpfahl für Musiker, die unterwegs von der Muse geküsst werden und im Verbund mit einem Laptop so ihre Ideen festhalten können.
Das stabile Metall-Gehäuse unterstreicht diesen Aspekt. Stöße und Kratzer dürfte das FA-66 im mobilen Einsatz locker wegstecken, was auch im Studio gern gesehen wird.
Zwei Combo-Buchsen (XLR und Klinke symmetrisch) frontseitig, zwei Cinch-Buchsen und ein optischer Digitaleingang rückseitig finden sich als Eingänge. Ausgangsseitig präsentiert sich das FA-66 mit vier symmetrischen Klinkenbuchsen und einem optischen Digitalausgang. Zwei MIDI-Anschlüsse, eine vier- und eine sechs-polige Firewire-Buchse, sowie eine für das externe Netzgerät und der obligatorische Kopfhöreranschluss runden das Bild ab. Damit ist es scheinbar gerüstet, um eine breite Palette an Anforderungen souverän erfüllen zu können. Aber wie so oft im Leben gibt es zwei Seiten der Medaille:
Positiv fallen die im Lieferumfang enthaltenen Eisen-Ferrit-Kern-Gehäuse auf, die als zusätzliche Filter an den Firewire-Kabeln befestigt, Einstreuungen von außen minimieren sollen. Man kennt diese Teile von Computer Monitor-Kabeln her. Dies ist ein deutliches Plus in Sachen Sound-Optimierung. Zudem präsentiert das Audio-Interface auf der Rückseite einen Erdungsanschluss, der sich jedoch als überfürsorglich herausstellt. Im Test zeigt sich das FA-66 ohne jede Brumm-Einstreuungen – ob mit oder ohne Filter.
Lobenswert ist auch, dass das Gerät eine sehr stabil arbeitende, schaltbare Phantomspeisung für die XLR-Buchsen besitzt. Ein besonderes Feature ist zudem ein schaltbarer analoger Limiter, der Aufnahmen effektiv vor Übersteuerung bewahrt. Schließlich ist noch der Mix-Knopf zu erwähnen. Er regelt das Verhältnis zwischen den Ausgangssignalen, die einmal vom Eingang direkt auf den Ausgang geschleift werden und dem Signal, das über Firewire vom Computer zurückkommt. Eine nützliche Abhör-Kontroll-Funktion, sollte es einmal Latenz-Probleme geben, oder das einzuspielende Instrument ist im Arrangement ein bisschen zu leise.