Test: Mikrofon- und DI-Vorverstärker Rupert Neve Designs Portico 5016

Doppelt klingt besser

Die modular aufgebaute Portico-Reihe von Rupert Neve Designs wird ständig erweitert. Zu den neuen Bausteinen gehört der 5016, der sich für die Aufnahme von Instrumenten besonders empfiehlt.

Von Harald Wittig


Der Mann ist ein Phänomen: Mit über 80 Jahren lässt es sich Rupert „Mister“ Neve nicht nehmen, für das noch vergleichsweise junge Unternehmen Rupert Neve Designs Aufnahmegeräte zu entwickeln, die sich durch klangliche und
funktionale Eigenständigkeit auszeichnen. Zu den erfolgreichsten Schöpfungen der Firma gehören die Portico-Module. Diese sollen den Klang analoger (Neve)-Konsolen auf platzsparende Weise in die Racks von Klanggourmets bringen und den anspruchsvollen Amateur und den erfahrenen Profi ansprechen. So hinterließ der zweikanalige Mikrofon-Vorverstärker Portico 5012 bei unserem Test in Ausgabe 11/2006 einen klanglich ausgezeichneten Eindruck und verdiente sich das Prädikat „Spitzenklasse sehr gut“. Nun gibt es bereits zwei neue Portico-Module, den 5014 Stereo Field Editor (siehe Test Seite 60) und den Vorverstärker 5016, der Gegenstand dieses Tests ist.

Der 5016 vereint in seinem Gehäuse im halben Rackformat zwei separate Vorverstärker-Einheiten: Einen Mikrofon-Vorverstärker und einen Direct-Injection- (DI-) Verstärker für Line- und Instrumenten-Signale. Mit seinem markanten, farbsatten Äußeren präsentiert er sich in bester Portico-Familientradition. Das solide und sehr gut verarbeitete Gehäuse sieht recht knuffig aus, bringt zweieinhalb Kilo auf die Waage – von Leichtbauweise keine Spur. Die Potiknöpfe aus Kunststoff machen auf den ersten Blick weniger her als Aluknöpfe, allerdings handelt es sich dabei um hochwertige Messgeräteknöpfe, die so robust wie teuer sind. Insgesamt scheint der 5016 für einen langjährigen Arbeitseinsatz gerüstet zu sein. Sollte er auch, denn die rund 1.200 Euro, die das Gerät kostet, gehen erheblich leichter über die Ladentheke, wenn sie sich als Langzeitinvestition erweisen.

Obwohl es die etwas willkürlich anmutende Produktnummerierung nicht unbedingt nahelegt, ist der 5016 gewissermaßen der zweieiige Zwilling des 5012: Die Mikrofon-Vorverstärkereinheiten beider Geräte sind baugleich. Das heißt: Diese Sektion verfügt auf der Rückseite des 5016 über zwei symmetrische XLR-Buchsen für den Ein- und Ausgang, hinzu kommen zwei symmetrische Anschlüsse im 6,3-mm Klinkenformat für die Bus-Wege. Letztere dienen dazu, mehrere Portico-Module miteinander zu verbinden. Wird der „To Buss“-Schalter auf der Frontseite gedrückt, geht das Signal an den Buss-Ausgang; jedes Modul der Portico-Reihe, das über einen Buss-Eingang verfügt – beispielsweise...

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