Die richtige Mischung macht’s. Das ist nicht nur bei bitteren Likören der Fall sondern auch beim brandneuen Pre420 von Benchmark.
Es ist noch nicht lange her, dass sich im amerikanischen Bundesstaat New York, genauer gesagt in Syracuse, Benchmark Media Systems ansiedelte. Seitdem ist der Firmenname Programm und das Setzen von neuen Maßstäben in der Tonstudiotechnik das erklärte Ziel. Bereits die Wandler DAC1 und ADC1 (siehe Test, Heft 8/2006) überzeugten durch hervorragende Messwerte und ihren Klang und trugen damit zum guten Ruf dieser Edelschmiede bei.
Der angekündigte zweikanalige Mikrofon-Vorverstärker Pre1 wurde immer wieder zurückgestellt, bis plötzlich kurz vor der diesjährigen Musikmesse der Pre420 als Vertretung vorgestellt wurde. „Während der Entwicklung des Pre420“, erklärt Eberhard Kröckl, den Professional audio Magazin auf der Pro Light & Sound 2007 in Frankfurt traf, „wurde neben dem Design auch technisch einiges auf den neusten Stand gebracht. Kurzerhand entschieden wir dann, die überarbeitete vierkanalige Variante auf den Markt zu bringen und den Release des Pre1 zunächst auf Eis zu legen. Weiterer Anlass für die Planänderung“, fügt Kröckl vom deutschen Vertrieb hinzu, „waren zahlreiche Anfragen und Anregungen aus dem Rundfunk.“
Der Pre420 ist kein herkömmlicher Mikrofon-Vorverstärker, sondern ein Pre-Amp mit Mischpultallüren, der sich durch ein internes Netzteil, verbesserte Anzeigen sowie einen Solo- und einen Mix-Bus von seinem Vorgänger MSP420 unterscheidet. Durch die Busse und die Panoramareglung der einzelnen Kanäle eignet er sich als klassisches Recording-Tool und als Mischpult. Um Maßstäbe setzen zu können, muss Aufwand betrieben werden. Und den lässt sich ein ökonomisch denkender Hersteller wie Benchmark selbstverständlich bezahlen. Daher kostet der Pre420 auch rund 2.800 Euro. Offen bleibt dabei zunächst die Frage, ob und wie sich unser Testkandidat gleichermaßen für den Recording- und den Live-Bereich eignet und ob er seinen stattlichen Preis wert ist.
An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen: Sie ist top. Der fünf Kilogramm schwere 19-Zoll-Brocken hat eine edel gefräste Frontplatte aus Aluminium, die auch noch in zehn Jahren das Studio-Rack aufwerten wird. Das für Benchmark-Produkte bekannte schwarze Corporate Design wird auf den ersten Blick durch die neue silberne Farbgebung unterlaufen. Nach längerer Betrachtung der schwarzen Metalldrehregler, mit ihren roten Justagepunkten, der Campari-farbenen Produktbezeichnung und des aufwändig in die Frontplatte gravierten Firmenschriftzugs begreift man dann aber doch unmissverständlich, aus welchem Stall der Pre420 stammt. Kleinigkeiten, wie die ab Werk...