Der jüngste Nachwuchs aus dem Hause Steinberg hört auf den Namen Sequel und markiert ein völlig neues Sequenzer-Konzept: Die Produktion von Musik auf dem Computer dank einer Einfachst-Software zum Volksvergnügen für die breite Masse zu machen.
Das Hamburger Software-Haus Steinberg bietet mit Sequel eine Sequenzer-Software für den blutigen Recording-Laien an, der sich fürs Musik machen interessiert, aber über kein Vorwissen verfügt. Die knapp 100 Euro teure Software schließt dabei eine Lücke auf der Windows-PC Ebene, die schon seit langem in der Mac-Welt vom Sequenzer Garageband erfolgreich
besetzt wird. Nebeneffekt: Das Apple-Produkt bekommt ab sofort gehörige Konkurrenz auf eigenem Feld. Die konzeptionelle Nähe von Sequel zu Garageband ist überdeutlich: eine konsequente Ein-Fenster-Bedienung, einfachste Erstellung, Editierung und Abmischung von Audio- und MIDI-Spuren, sowie ein im Lieferumfang enthaltenes Arsenal an knapp 5000 Audio- und MIDI-Loops unterschiedlicher musikalischer Provenienz, die sich per Drag and Drop ins Arrangement einfügen lassen und so die Produktion von Songs im Baukastenprinzip ermöglichen, garantieren hier wie dort binnen kürzester Zeit erste Erfolgserlebnisse. Der Clou daran: Die Audio-Loops werden automatisch an Tonhöhe und Tempo des Projekts angepasst. Doch Sequel ist kein Klon von Garageband, enthält die Software einige Elemente, die eindeutig Cubase 4, Test im Weihnachtsheft 2006, entstammen. Zu nennen wäre der fest integrierte Halion One Sampler, die Media Bay mit integrierter Datenbankfunktion zum bequemen Durchsuchen und Vorhören der Loops, den knapp 600 Halion-Sounds sowie den etwa 150 Audio- und Instrumenten Spur-Presets, die mit ihren Voreinstellungen und Effekten eine bequeme und ideale Ausgangsbasis zur Aufnahme unterschiedlicher musikalischer Stile bilden. So gibt es etwa Gitarren-Spur-Presets für Rock, Jazz oder Funk, die mit unterschiedlichen Equalizer- und Effekteinstellungen aufwarten. Die Audio-Engine von
Sequel ist ausschließlich in der Lage Aufnahmen mit 44,1 kHz und wahlweise 16 oder 24 Bit zu erstellen. Für Einsteiger reicht das allemal, da die Bedienung im Vordergrund steht. Zwar findet sich mit Halion One auch ein virtuelles
Instrument, sowie insgesamt 19 Audio- und zwei MIDI-Effekte an Bord der Software. Allerdings sind sie quasi fest verdrahtet und es existiert keine Möglichkeit zusätzliche VST-Plug-ins in Sequel einzubinden. MIDI-Spuren steuern dabei immer den Halion Sampler an. Zusätzliche VST-Instrumente- und Effekt-Slots zum nachträglichen Laden von Plug-ins würden die Attraktivität von Sequel ohne Zweifel jedoch deutlich steigern und überdies auch Einsteigern einen didaktischen Vorteil bringen, die sie beim anschließenden Umstieg aufs nächste Level – Steinberg offeriert selbstverständlich Upgrade-Möglichkeiten zu Cubase (Studio) 4 – noch besser gerüstet wären. Ein kommendes Cubase-Update soll es jedoch möglich machen, in Sequel erstellte Projekte sowie auch den Loop-Content dort importieren zu können. Einsteiger brauchen also ihre Projekte nicht noch einmal zu erstellen und können fast auf gleichem Level wie die Großen agieren, sollte es einmal zu einer zusammenarbeit kommen. Mehr noch: Sequel wird auch für den Profi als musikalisches Skizzen-Heft und Loop-Lieferant dadurch interessant...