Aktiver Richtungsmischer, nennt es der deutsche Toningenieur, Stereo Field Editor die Firma Rupert Neve Designs. Der Portico 5014 ist ein Spezialist unter den Klangdesignern für Profis und solche, die es werden wollen.
Mister Rupert Neve wäre wahrscheinlich auch als Raumgestalter und Innenarchitekt zu Ruhm und Ehren gekommen. Denn er war Zeit seines Lebens ein Macher und Entwickler, Innovator und tüchtiger Geschäftsmann. Der heutige Wahltexaner zog es aber vor sich schon in jungen Jahren der Entwicklung von Audio-Equipment zu widmen: mit beachtlichem Erfolg. Mittlerweile ist der Name Programm und steht für Qualität und vor allem für guten Sound. Mit 80 Lenzen auf dem Buckel scheint der Pionier der Pro-Audio-Szene noch immer nicht müde zu sein, denn 2005 gründet er in Wimberley, Texas die Firma Rupert Neve Designs und bringt seitdem mit dem modularen Konzept der Portico Serie Produkte auf den Markt, die es ermöglichen aus hochwertigen Einzelteilen individuelle Channel-Strips auf der soundlichen Basis analoger Neve-Konsolen zusammen zu stellen.
Der Portico 5014 ist ein Spezialist für akustische Raumgestaltung. Es handelt sich hierbei vom Grundkonzept um einen aktiven Richtungsmischer - seine Grundfunktion: Veränderung der Stereo-Basisbreite (Width) und der Stereo-Mitte (Depth).
Allerdings haben die Entwickler von Rupert Neve Designs den 5014 zusätzlich noch mit einem speziellen Equalizer, sowie einem Insert-Weg ausgestattet und ihn damit um zwei kreative Features erweitert. Vorgesehen ist der Stereo Field
Editor zur klanglichen Optimierung von Stereosignalen oder Subgruppen bei Abmischungen, beim Mastering oder im Live-Einsatz. Der Portico 5014 liegt preislich bei 1700 Euro was wieder einmal zeigt: Spezialisten sind nicht einfach
nicht billig. Gute zwei Kilo bringt der 5014 auf die Waage. Das ist für ein Gerät im halben 19-Zoll-Gehäuse überraschend gewichtig. Rückseitig befinden sich die Anschlüsse des Portico 5014: Ein- und Ausgänge im XLR-, Insert (Send/Return) und Busse (links/rechts) im 6,35-mm-Klinken-Format. Die Schaltungen sind diskret aufgebaut. Dabei sind sowohl Ein-, als auch Ausgänge trafosymmetriert: ein Konstruktionsprinzip, dass sich auch bei anderen Modellen der Portico-Serie (siehe Test, Heft 11/2006 und Test, Seite 76) wieder findet und zum unverkennbaren Neve-Sound beitragen soll. Optisch folgt der 5014 seinen Modul-Kollegen aus der Poritco-Serie: blaues Chassis, graue Frontplatte und Drehregler, gelbe Schrift auf schwarzem Hintergrund mit roten Applikationen. Die Farblichen Kontraste führen zu guter Lesbarkeit und übersichtlichen Strukturierung der Frontplatte. Die farbig hinterleuchteten Tast-Schalter zur Aktivierung der unterschiedlichen Features messen einen knappen halben Zentimeter im Durchmesser, sind aber trotzdem bequem und sicher zu bedienen. Ebenso Platz sparend wie funktional sind die beiden 8-Segment-Bargraph-LED-Ketten zur Pegelkontrolle des rechten und linken Kanals. Der Meter-Button schaltet die Anzeige zwischen Eingangs- und Ausgangspegel um. Da sich die Lautstärke am Ausgang durch die Einstellungen der Effektsektion deutlich ändern kann, ist die Umswitch-Möglichkeit eine praktische und durchdachte Angelegenheit um Übersteuerungen zu vermeiden. Der maximale Eingangspegel liegt bei über 30 dBu, um auch starke Line-Signale verarbeiten zu können. Zur Anpassung der Eingangslautstärke dienen zwei griffige Messknöpfe pro Kanal. Diese regeln die Eingangspegel in einem Bereich von –6 dBu bis +12 dBu.
Die Effekt-Sektion samt Bedienelementen befindet sich auf der rechten Hälfe der Frontplatte. Es gibt drei interne Möglichkeiten in das Klangbild einzugreifen: erstens, über den Width-Regler, der...