Test: Magix Samplitude 10 Pro

Grund genug?

In der Spitzengruppe der PC-basierten Software-Sequenzer hat sich Samplitude seit langem einen festen Platz erobert. Doch jetzt setzt das jüngste Update die Konkurrenz mit neuem Kompressor-Plug-in, stark verbesserter Automation und einer Vielzahl kleiner aber feiner Neuerungen gehörig unter Druck.

Von Michael Nötges

Bereits der Test von Samplitude 9 Pro in Ausgabe 12/2006 von Professional audio Magazin zeigte, dass sich die Berliner Firma Magix mit ihrem Software-Sequenzer keineswegs vor Konkurrenten wie Steinberg (Cubase 4, Test 13/2006) oder Cakewalk (Sonar 7, Test 1/2008) zu verstecken braucht. Der Test bescheinigte der Version 9 überzeugende Bedienung, flexibles Konzept für objektorientiertes Arbeiten und sehr gute klangliche Eigenschaften. Da die DAW-Software schon in der Version Neun mit allem ausgestattet war, was von einem professionellen Sequenzer erwartet wird, stellt sich die Frage, was das aktuelle Update zusätzlich zu bieten hat, um dem eingefleischten Samplitude Pro-User 256 Euro zu entlocken. Neueinsteiger müssen, wie schon bei der Vorgänger-Version, rund 1.000 Euro für die Profi-Version berappen. Damit ist sie gut 120 Euro teurer als Cubase 4 (879 Euro) und liegt gar 312 Euro über dem Preis für die Producer Edition von Sonar 7 (588 Euro). Ein Blick auf das Mac-Lager – Logic Studio 8 bleibt deutlich unter der 500 Euro-Marke – rundet den Eindruck ab, Magix fischt weniger im Homerecording-Becken, sondern wendet sich vielmehr konsequent an den gut betuchten Profi-Kader. Allerdings gibt es mit der Classic- (499 Euro) und Master-Variante (299 Euro) zwei abgespeckte Versionen: Die kostengünstigste Variante gibt sich als reine Mastering-Software zur Bearbeitung von maximal vier Stereo-Spuren aber mit allen Samplitude-Effekten und der neuen Cleaning und Restauration-Suite. Die Classic-Variante ist auf 64 anstatt 99 Spuren limitiert und bietet deutlich weniger Submix- und Aux-Busse (8/6 anstatt je 64). Sie kann nur acht anstatt 64 Plug-ins in den Insert-Weg einschleifen – deutlich mehr als in Cubase 4, da sind es auch nur acht pro Kanal – und ist auch nicht wie die Profi-Version mit der Analogue Modelling Suite (Am-track, Am-pulse, Am-phibia und dem neuen Am-munition) bestückt. Kommt man mit der eingeschränkten Ausstattung von Samplitude 10 Classic aus, möchte aber nicht auf die Emulations-Plug-ins verzichten, kann die AM-Suite zusätzlich für 199 Euro erworben werden und kommt so auf rund 700 Euro. Etwas erstaunlich mutet die Tatsache an, dass die neue Cleaning und Restauration Suite zum Leid des vielseitig orientierten Toningenieurs bei der Pro-Version zusätzlich für rund 150 Euro erworben werden muss, aber zur Freude des Mastering-Engineers in der deutlich günstigeren Master-Version enthalten ist.

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