Test Digitalmischpult Fostex LR16

Fostex LR16 mit abgesetzter Recorder-Einheit

Die Bootleg-Maschine 

Es ist nicht einfach, das digitale Mischpult Fostex LR16 eindeutig in eine Kategorie einzuordnen. Die Marketingleute des Herstellers nennen ihre neueste Entwicklung „Live Recording Mixer“ und treffen damit den Nagel auf den Kopf. Denn es handelt sich um ein Mischpult mit integriertem Festplattenrekorder. Für welchen Einsatz das LR16 am besten geeignet ist, klärt dieser Test. 

Von Raphael Hornbruch

Was optisch nostalgisch wie eine Radiokonsole für einen Militärsender aus den 1970ern daherkommt, ist eine Zusammenstellung von Komponenten, die für den auftretenden Musiker ebenso interessant ist wie für den Band-Techniker oder den ambitionierten Heimstudiobetreiber. Das Fostex LR16 ist zunächst einmal ein digitales 16-Kanal-Mischpult mit einer Bedienoberfläche, die einem analogen Mischpult exakt nachempfunden wurde. Darüber hinaus besitzt es einen 16-Spur-Rekorder, der auf einer eingebauten, 80 Gigabyte großen Festplatte aufnimmt. Besonderheit: Das Pult besteht aus zwei separaten Teilen, einem Controller- und einem Rekorder-Teil, die per Netzwerkkabel in Verbindung treten. Dies alles wird zu einem sehr attraktiven Preis von knapp 2.000 Euro angeboten. In der Beschallungstechnik hat die digitale Netzwerktechnik schon längst Einzug gehalten. Immer mehr Hersteller greifen auf diese Technik zurück, da mit ihr lange, analoge Audiowege und damit verbundene Signalverluste vermieden werden können. Zudem lässt sich der Einsatz armdicker Multicores umgehen. Allen diesen Konzepten gemein ist, dass Audiosignale in Bühnennähe mit einer Anschlussbox verbunden werden. Diese erledigt alle Verstärker-, Misch- und Summierfunktionen. Am Mischplatz steht anstelle des Mischpults ein – oft nicht weniger ausladender – Controller als abgesetzte Bedieneinheit. Durch das Netzwerk kommuniziert der Controller mit der Anschlussbox. Fostex ist mit dem LR16 also nicht der erste Anbieter eines solchen Systems. Neu ist jedoch die Möglichkeit der integrierten Mehrspuraufnahme. Durch das Kombinieren eines Mischpults mit einem Aufnahmegerät ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für das Fostex LR16. Es dient bei einem Live-Auftritt als Mischpult mit der Möglichkeit des gleichzeitigen Mitschnitts. Im Proberaum kann es zum Festhalten von Ideen genutzt werden. Dabei nimmt es nicht nur alle 16 Kanäle auf, sondern auf Wunsch auch gleichzeitig die Stereosumme des Mischpults. Außerdem können alle Arbeitsschritte vom Overdubbing bis zur Abmischung intern erledigt und aufgezeichnet werden.

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