Test Groove Box Native Instruments Maschine

NI Maschine

Wanderer zwischen den Welten

Native Instruments ist mutig. Denn mit dem jüngsten Wurf Maschine begibt sich das Berliner Unternehmen auf das Terrain der Groove-Boxen, was vom Vorreiter Akai mit seinen MPC-Modellen souverän beherrscht wird. Ob und wie sich der Neuling dieser Übermacht erwehren kann, klärt der Test.

Von Georg Berger

Als der Pro Audio Hersteller Akai vor über 20 Jahren sein erstes MPC-Modell präsentierte, war ihm damals selber wohl noch nicht klar, dass er gleichzeitig die neue Gerätegattung der Groove Boxen und einen Industriestandard ins Leben rief. Die Hardware-Rundum-Lösung zur Produktion von Musik, die bis heute in vielen Generationen weiter fortgeführt wird, feiert vor allem im Dancefloor-Bereich und im Live-Betrieb fröhliche Urständ. Kein Wunder, denn die platzsparende Kombination aus Pattern-Sequenzer, Sampler und Effektgerät, gepaart mit seinen charakteristischen Spielhilfen, bestehend aus 16 anschlagsdynamischen Pads, ist geradezu prädestiniert zur Entwicklung von Drum-Grooves, Dancefloor-Tracks und zum Abfeuern von Loops. Weitere Hersteller sind in der Folgezeit ebenfalls auf diesen Zug aufgesprungen und offerieren Hardware, die konzeptionell ähnliche Ziele verfolgt Etwas länger schon findet sich auch eine Reihe von reinen Software-Lösungen am Markt, die das Groove-Box-Konzept auf die virtuelle Ebene hieven. Auffällig dabei ist, dass der Groove Boxen-Sektor bislang strikt in Hard- und Software getrennt ist, wobei in beiden Lagern in Sachen Bedienung, Funktionsumfang und Ausstattung sowohl Vor- als auch Nachteile existieren.    Mit seiner, „Maschine“ betitelten, eigenen Version einer Groove Box offeriert der Berliner Hersteller Native Instruments in diesem Marktsegment erstmals eine gezielt aufeinander abgestimmte Kombination aus Soft- und Hardware und will somit die Vorzüge beider Welten in das selbstbewusst untertitelte „Groove Production Studio“ vereinen. Das rund 600 Euro teure Bundle besteht aus einem Hardware-Controller zum Programmieren und Spielen von Pattern und Loops, dessen Ausstattung eine Hommage an den Urvater Akai MPC darstellt. Die mitgelieferte Software offeriert standesgemäß einen Pattern-Sequenzer, eine Effektsektion mit 20 wählbaren Algorithmen sowie eine Sampler-Engine. Der Clou: Die Engine erlaubt nicht nur das Abspielen von Samples, es finden sich sogar Dialoge, die das Erstellen und Bearbeiten eigener Samples bequem ermöglichen, was uns zuletzt beim Test des virtuellen Morgana-Samplers begeisterte (Test in Heft 7/2008). Im Vergleich zu den momentan im Markt erhältlichen, virtuellen Samplern wirkt dieses altgediente Hardware-Feature erfrischend innovativ. Mehr noch, Maschine lässt sich mit den verfügbaren Audio-Eingängen auch als waschechtes Multieffekt-Gerät zweckentfremden, was die Nutzungsmöglichkeiten des Gesamtpakets noch einmal erweitert. Selbstverständlich findet sich mit einer rund fünf Gigabyte großen Library, die sich auf über 15.000 Sounds verteilt, gehörig Sample-Futter im Lieferumfang. Einem sofortigen Produzieren eigener Tracks steht somit nichts im Weg. Native Instruments setzt damit seine Firmenphilosophie gekonnt weiter fort und legt wiederum eine gezielt entwickelte Lösung zur noch besseren Bedienung von Software vor, die den Anwender von der Knechtschaft der Maus befreit. Logischerweise ist zur Inbetriebnahme von Maschine neben einem Computer auch ein Audio-Interface erforderlich. Insgesamt acht Stereoausgänge lassen sich – sofern vorhanden – sowohl am Audio-Interface als auch virtuell im Sequenzer aus der Maschine-Software herausleiten. Zur Aufnahme eigener Samples stehen virtuell ein Stereo- respektive zwei Mono-Eingänge zur Verfügung, die sich frei auf die Eingänge des eingebundenen Wandlers routen lassen.

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