Fender-Amps gehören seit sechs Dekaden zur Klang-Referenz in der Geschichte der Gitarren-Verstärkung. Wenigstens ein Fender-Verstärker findet sich in jeder Amp-Simulation. IK Multimedias geht gleich mehrere Schritte weiter und präsentiert die bislang umfassendste Sammlung virtueller Fender-Amps, die verblüffend nah an den Vorbildern ist.
IK Multimedia, die umtriebige Software-Schmiede aus Bella Italia, gehört unzweifelhaft zu den renommiertesten Herstellern von Gitarren-Verstärker-Emulationen auf Software-Basis. Moderne Klassiker wie das ungebrochen populäre Amplitube 2 haben begeisterte Anhänger unter den verstromten Gitarreros – ganz gleich, ob es sich bei den Zupfern um engagierte Amateure oder gestandene Profis handelt. Inzwischen fahren Musiker ganze Produktionen allein mit Amplitube. In diesem Zusammenhang sei an die Reportage über die Entstehung des Jazz-Albums „My Mixture“ des Salzburger Jazz-Gitarristen Wolfgang Pointner in Heft 12/2008 erinnert. Dass die Italiener immer wieder für eine fette Überraschung gut sind, haben sie auch mit der vorzüglichen Software Amplitube Hendrix bewiesen (Test in Ausgabe 8/2007): Dieser nach wie vor konkurrenzlose virtuelle Verstärker- und Effekte-Fuhrpark stellt eine liebevolle und detailgenaue Nachbildung des originalen Jimi-Hendrix-Equipments dar und gehört noch immer zu den herausragenden Amp- und Effekt-Emulationen auf dem Markt.
IK Multimedias neuester Streich nennt sich vielversprechend Amplitube Fender. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Amplitube-Ausführung, die sich ausschließlich auf die herausragenden Produkte des berühmten amerikanischen Herstellers Fender konzentriert. Das hat es bislang noch nicht gegeben, obwohl Fender-Klassiker wie die längst Legendenstaus erreichenden Verstärker Twin Reverb und Bassman in praktisch allen ernstzunehmenden Amp-Simulationen zu finden sind.
Amplitube Fender ist eine Gemeinschaftsarbeit von IK Multimedia und der Fender Musical Instruments Corporation und als solches das Ergebnis einer mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Da überrascht es nicht, dass Fender diese Software-Kollektion ganz offiziell autorisiert hat und auch selbst als die ultimative virtuelle Reinkarnation der eigenen Meilensteine bewirbt. Wer jetzt annimmt, dass Amplitube Fender nicht nur eine spezielle Gitarristen-Software ist, sondern auch ihren ganz speziellen, sprich hohen Preis hat, darf sich einmal mehr überraschen lassen: Die Vollversion, welche auch Gegenstand dieses Tests ist, ist mit rund 170 Euro sicherlich für viele bezahlbar. Zumal die Klangqualität – das sei schon verraten – durch die Bank überzeugen kann. Vor dem Vergnügen haben die Götter bekanntlich den Schweiß gestellt und daher zunächst einige kurze Hinweise zur Installation und Freischaltung von Amplitube Fender.
Die Software läuft sowohl stand-alone als auch als Plug-in in allen gängigen Host-Sequenzern – unterstützt werden die Schnittstellen VST, AU und RTAS – und benötigt gerade mal rund 70 Megabyte Speicherplatz. Vor der Autorisierung durch IK Multimedia, die am Besten online zu erledigen ist, kann der Anwender Amplitube Fender zehn Tage lang mit vollem Funktionsumfang testen. Die eigentliche Autorisierung ist – sofern der Host-Rechner mit dem Internet verbunden ist – dank der Schritt-für-Schritt-Anleitung kinderleicht und zügig erledigt. Der Anwender erhält insgesamt vier Lizenzen zur Installation auf eine entsprechende Zahl an Rechnern. Sobald das langweilige Prozedere erledigt ist, kann der Fender-Fan oder E-Gitarren-Junkie loslegen und darf sich zunächst an der fotorealistischen grafischen Benutzeroberfläche freuen, denn IK Multimedia darf die nachgebauten Verstärker und Effekte wirklichkeitsgetreu darstellen. Es ist vielleicht doch so, dass auch das Auge ein wenig mitspielt. Es macht gleich noch mehr Spaß, wenn auf dem Rechner-Monitor ein wunderschön gerenderter Twin-Reverb auftaucht.
Womit wir beim Thema wären. Denn jetzt geht es in medias res, soll heißen die Einzelvorstellung der Hauptdarsteller im virtuellen Fender-Fuhrpark. Beginnen wir mit den Verstärkern.
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