Test Nahfeldmonitor AE22 Acitve

Nahfeldmonitor AE22 Active

Comeback

Der britische Lautsprecherhersteller Acoustic Energy ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und hat mit dem AE22 einen professionellen Nahfeldmonitor entwickelt. Auf der Insel ist das Studio-Comeback schon mal gelungen.

Von Harald Wittig

Bereits seit 1987 gibt es Lautsprecher von der britischen Manufaktur Acoustic Energy, wobei sich das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren vornehmlich in Hifi-Kreisen eine gewisse Bekanntheit mit seinen günstigen, aber qualitativ achtbaren Boxen erarbeitet hat. Dabei begannen die Briten ursprünglich mit dem Design und der Fertigung von Studio-Monitoren: Der nach wie vor erhältliche AE1, ein passiver Lautsprecher in Kompaktbauweise, erblickte im Jahre 1988 das Licht der Pro-Audio-Welt, fand allgemeine Akzeptanz bei Tonschaffenden und erhielt zahlreiche Presse-Auszeichnungen. Diese kamen interessanterweise auch von Hifi-Magazinen, bei denen sich der AE1 – obwohl als reinrassiger Abhörlautsprecher konzipiert –eine unerwartet große Fangemeinde erspielte. Eine interessante Erfolgsgeschichte, die fast spiegelverkehrt zur Geschichte eines anderen, mittlerweile schon legendären Lautsprechers verlaufen ist, dem NS10 von Yamaha. Dieser war ursprünglich als Hifi-Lautsprecher gedacht und eroberte, gewissermaßen auf dem zweiten Einsatzweg, die Meterbridges der Tonstudios. Doch was hat der NS10 jetzt mit Acoustic Energys Comback-Monitor AE22 zu tun? Ganz einfach: AE-Entwickler Phil Ward hat sich beim Design seines Lautsprechers am NS10 orientiert. Für Ward ist der NS10, trotz, oder besser wegen seiner typischen Vorliebe für den Mittenbereich, der ideale Nahfeldmonitor. Denn – insoweit ist Ward in allerbester Gesellschaft mit unzähligen Profis – der alles andere als neutrale NS10 garantiere, dass ein Mix überall, vom Küchenradio bis zur High-End-Anlage gut klingt.   Acoustic Energy bietet den AE22 sowohl als passiven Lautsprecher oder als aktiven Schallwandler an. Der hier getestete AE22 Active ist wie sein passiver Bruder mit zwei Lautsprecher-Chassis bestückt und hat ein geschlossenes Gehäuse. Von den gängigen Bassreflexkonstruktionen halten die Entwickler nämlich nichts. Nach Auffassung von Ward bringe ein Bassreflex-System trotz eines Zugewinns an Tiefbässen nur Nachteile mit sich: Neben einem ungünstigen Laufzeitverhalten, seien vor allem Verzerrungen, unerwünschte Kompression und starke, den Klang maskierende Nebengeräusche praktisch unvermeidbar. Na ja, so ganz überzeugen kann uns diese Argumentation nicht, denn wie unsere Lautsprecher-Tests zeigen, gibt es zahlreiche Bassreflex-Lautsprecher, beispielsweise von ADAM, Emes, Geithain oder PSI Audio, bei denen diese Konstruktion sehr gut umgesetzt ist.

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