Test Emulations-Plug-ins Waves Hybrid Line

  • Waves Hybrid H-Comp
  • Waves Hybrid H-Delay

Analog und doch digital

Was kommt dabei heraus, wenn sich das Know-how in Sachen analoger Soundemulation mit aktueller Effekterzeugung mischt? Waves zeigt es auf eindrucksvolle Weise in der neuen Hybrid Line.

Von Georg Berger 

Studioprofis braucht man nicht großartig die Produkte des israelischen Software-Herstellers Waves vorzustellen. Die Effekt-Plug-ins des in Tel Aviv beheimateten Unternehmens genießen weltweit hohes Ansehen, nicht zuletzt auch wegen ihres exzellenten Klangs. Anders als viele Hersteller verfolgten die Entwickler bei der Produktion von Plug-ins anfangs eigenständige Wege, die zumeist die Vorteile der digitalen Computer-Welt kunstvoll nutzten. Mit der Veröffentlichung des SSL 4000 Bundles (Test in Heft 7/2006) oder der JJP Collection (Test in Heft 12/2008) demonstrierte Waves schließlich auch seine Meisterschaft in der authentischen Emulation legendärer analoger Hardware, hier vor allem der speziellen Klangcharakteristik und des Regelverhaltens. Bei der Entwicklung der beiden neuen Plug-ins, dem Kompressor H-Comp und dem Echo-Effekt H-Delay, hat Waves laut eigener Aussage jetzt erstmals beide Produktionsansätze miteinander verbunden und begründet mit ihnen gleichzeitig unter der Bezeichnung „Hybrid Line“ eine neue Produkt-Serie für die weitere Plug-ins schon in Planung sind. Die Philosophie hinter der neuen Produkt-Linie: Die Hybrid-Plug-ins verfügen zunächst über Ausstattung und Features, die nur in modernen virtuellen Effekten möglich sind. So bietet der Hybrid-Kompressor die Möglichkeit, die Release-Zeit temposynchron einzustellen. Das H-Delay wartet ebenfalls mit einigen bemerkenswerten Features auf, die sonst nur einzeln in mehreren verschiedenen Hardware-Geräten zu finden sind. Der Clou: Zudem emulieren sie auch die wieder moderne, hochgeschätzte Klangcharakteristik analoger Hardware, die sich bei Bedarf als zusätzliche Klangzutat hinzuschalten lässt. Ähnliches hat Waves schon bei den Plug-ins der V-Serie erfolgreich realisiert. Allerdings steht dort nur ein analoger Sound zur Verfügung, der sich dynamisch hinzumischen lässt. Die Hybrid-Plug-ins offerieren hingegen vier wählbare Analog-Charakteristiken und sorgen für ein reichhaltigeres Angebot. Wichtig: Waves Produktspezialist Thomas Weber betont ausdrücklich, dass bei der Entwicklung von H-Comp und H-Delay kein bestimmtes Hardware-Modell zu Grunde gelegt wurde. Gleiches gilt auch für die vier Analog-Modi, die unabhängig von speziellen Vorbildern sozusagen die Essenz analogen Klangverhaltens auf sich vereinen. Die Hybrid-Plug-ins gehen also eigenständige Wege unter Nutzung des Besten beider Welten. Anders als sonst, sind beide Plug-ins einzeln erhältlich für einen Preis von jeweils etwa 160 Euro, was viele Anwender freuen dürfte, die sich nicht so recht mit der Bundle-Politik des Herstellers anfreunden können. Die TDM-Versionen kosten jeweils das Doppelte, ein insgesamt durchaus günstiger Preis. Besitzer der Mercury-, Diamond-, Platinum- und Gold-Bundles erhalten die Hybrid Plug-ins übrigens ohne zusätzlichen Kostenaufwand, sofern sie ihre Produkte zusammen mit dem optional erhältlichen Waves Update Plan versehen haben. Wie üblich bei nativen Waves Plug-ins, verfügen auch die Hybrid-Produkte über VST-, AU- und RTAS-Schnittstellen, die wiederum in einer separat ladbaren Mono- und Stereo-Version vorliegen. Besonderheit: Das H-Delay bietet überdies eine Mono-to-Stereo-Variante. Als Kopierschutz dient wiederum das iLok-System. 

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