Was kommt dabei heraus, wenn sich das Know-how in Sachen analoger Soundemulation mit aktueller Effekterzeugung mischt? Waves zeigt es auf eindrucksvolle Weise in der neuen Hybrid Line.
Studioprofis braucht man nicht großartig die Produkte des israelischen Software-Herstellers Waves vorzustellen. Die Effekt-Plug-ins des in Tel Aviv beheimateten Unternehmens genießen weltweit hohes Ansehen, nicht zuletzt auch wegen ihres exzellenten Klangs. Anders als viele Hersteller verfolgten die Entwickler bei der Produktion von Plug-ins anfangs eigenständige Wege, die zumeist die Vorteile der digitalen Computer-Welt kunstvoll nutzten. Mit der Veröffentlichung des SSL 4000 Bundles (Test in Heft 7/2006) oder der JJP Collection (Test in Heft 12/2008) demonstrierte Waves schließlich auch seine Meisterschaft in der authentischen Emulation legendärer analoger Hardware, hier vor allem der speziellen Klangcharakteristik und des Regelverhaltens. Bei der Entwicklung der beiden neuen Plug-ins, dem Kompressor H-Comp und dem Echo-Effekt H-Delay, hat Waves laut eigener Aussage jetzt erstmals beide Produktionsansätze miteinander verbunden und begründet mit ihnen gleichzeitig unter der Bezeichnung „Hybrid Line“ eine neue Produkt-Serie für die weitere Plug-ins schon in Planung sind. Die Philosophie hinter der neuen Produkt-Linie: Die Hybrid-Plug-ins verfügen zunächst über Ausstattung und Features, die nur in modernen virtuellen Effekten möglich sind. So bietet der Hybrid-Kompressor die Möglichkeit, die Release-Zeit temposynchron einzustellen. Das H-Delay wartet ebenfalls mit einigen bemerkenswerten Features auf, die sonst nur einzeln in mehreren verschiedenen Hardware-Geräten zu finden sind. Der Clou: Zudem emulieren sie auch die wieder moderne, hochgeschätzte Klangcharakteristik analoger Hardware, die sich bei Bedarf als zusätzliche Klangzutat hinzuschalten lässt. Ähnliches hat Waves schon bei den Plug-ins der V-Serie erfolgreich realisiert. Allerdings steht dort nur ein analoger Sound zur Verfügung, der sich dynamisch hinzumischen lässt. Die Hybrid-Plug-ins offerieren hingegen vier wählbare Analog-Charakteristiken und sorgen für ein reichhaltigeres Angebot. Wichtig: Waves Produktspezialist Thomas Weber betont ausdrücklich, dass bei der Entwicklung von H-Comp und H-Delay kein bestimmtes Hardware-Modell zu Grunde gelegt wurde. Gleiches gilt auch für die vier Analog-Modi, die unabhängig von speziellen Vorbildern sozusagen die Essenz analogen Klangverhaltens auf sich vereinen. Die Hybrid-Plug-ins gehen also eigenständige Wege unter Nutzung des Besten beider Welten. Anders als sonst, sind beide Plug-ins einzeln erhältlich für einen Preis von jeweils etwa 160 Euro, was viele Anwender freuen dürfte, die sich nicht so recht mit der Bundle-Politik des Herstellers anfreunden können. Die TDM-Versionen kosten jeweils das Doppelte, ein insgesamt durchaus günstiger Preis. Besitzer der Mercury-, Diamond-, Platinum- und Gold-Bundles erhalten die Hybrid Plug-ins übrigens ohne zusätzlichen Kostenaufwand, sofern sie ihre Produkte zusammen mit dem optional erhältlichen Waves Update Plan versehen haben. Wie üblich bei nativen Waves Plug-ins, verfügen auch die Hybrid-Produkte über VST-, AU- und RTAS-Schnittstellen, die wiederum in einer separat ladbaren Mono- und Stereo-Version vorliegen. Besonderheit: Das H-Delay bietet überdies eine Mono-to-Stereo-Variante. Als Kopierschutz dient wiederum das iLok-System.
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