
Die Musik Messe in Frankfurt war Ende März Treffpunkt der Branche. Für Professional audio Magazin bot sich damit die Gelegenheit, Insider zu treffen und deren Markteinschätzungen zu erfragen. Gut zwei Dutzend Firmenvertreter standen uns Rede und Antwort.
Frage 1: Mit der Internationalen Musikmesse beginnt hierzulande quasi das Recording-Jahr. Was erwarten Sie vom Jahr 2006?
Frage 2: In USA gibt es einen Trend zur Analogtechnik. Halten Sie das für eine kurzlebige Mode oder erwarten Sie langfristig auch in Europa diese Renaissance?
Frage 3: Computer und Recording wachsen hard- wie softwareseitig immer mehr zusammen. Sehen sie in Hackern, Crackern und Viren auch eine Gefahr für die Recording-Branche?
SAE: Marcus Schlosser, Marketing + Presse
1: Das Jahr wird sehr spannend für uns. Erstens weil wir zwei große speziell für den Filmbereich gedachte Standorte aufbauen und zweitens weil es eine Menge neuer Produkte geben wird.
2: Das wird sich etablieren. Sicher nicht im Consumer-Bereich – aus Kostengründen – aber im Highend-Segment, weil große Teile der Community die Datenverluste durch digitale Wandlung nicht hinnehmen wollen. Und noch ist die 64-Bit-Wandlung nicht so weit, diese Probleme zu beheben.
3: Interessante Frage. Ich denke, die Firmenpolitik auch großer Firmen hat sich dahingehend gewandelt, dass man auch Light-Edition-Produkte für wenig Geld anbietet, um dem Schwarzmarkt etwas Einhalt zu gebieten, weil es doch gang und gäbe ist, zumindest zum Ausprobieren auf Cracks zurückzugreifen.
Roland: Kai Bestmann, Marketing Manager
1: Wir erwarten eine weitere Miniaturisierung der Hardware, der wir in der zweiten Jahreshälfte mit entsprechenden Geräten gerecht werden wollen. Ansonsten träumen wir von einer stärkeren Vernetzung der Hardware in bestehende Recording-Systeme.
2: Es ist eine Mode-Erscheinung, die – wie viele Mode-Erscheinungen – einen Trend auslösen wird. Im Allgemeinen geht es beim Musikmachen ja um Emotionen. Und wenn die durch die Computerisierung zu stark eingebremst werden, ist es klar, dass die Leute zurück zu etwas Greifbarem wollen. Das sehen wir natürlich mit Freude.
3: Gäbe es keine Hacker und Cracker, müssten wir sie als Hardwarehersteller erfinden, weil sie natürlich helfen, klarzustellen, was Musiker an unseren Instrumenten haben. Im Studiobereich halte ich den Einfluss nicht für so gravierend.