Ihr Aufnahmeraum klingt lausig, annehmbare Mikrofonaufnahmen wollen nicht gelingen. Der transportable Schallabsorber von SE Electronics bietet sich als kostengünstige Alternative an.
Das Traummikrofon, der optimale Vor-Verstärker, Ihr Mischpult und der Rechner – alles sorgfältig ausgesucht, nur für einen Aufnahmeraum reicht das Budget nicht mehr. Bevor Sie das Wohnzimmer entsprechend zweckentfremden und der Geduldsfaden der toleranten besseren Hälfte zu reißen droht: Die Entwickler des chinesischen Unternehmens SE Electronics bieten mit dem Reflexion Filter für knapp 300 Euro einen kostengünstigen und beziehungsfreundlichen Problemlöser. Er wird hinter dem Mikrofon auf das Stativ montiert und simuliert einen trockenen, reflexionsarmen Raum für solistische Sprach und Gesangsaufnahmen an jedem noch so ungünstigen Aufnahme-Raum.
Dabei ist die Konstruktion ganz einfach: Der große Schirm bedämpft und verlangsamt den Schall, den Sänger oder Instrumentalist in Richtung Mikrofon ausgeben so stark, dass dieser kaum mehr von den Wänden des Aufnahmeraumes zurückgeworfen und vom Mikrofon aufgenommen wird. Die vier Platten aus einem speziellen Aluminiumschaum absorbieren die Schallwellen zunächst. Der so vorgefilterte Schall dringt durch die Perforierung des Aluminiumschirms ein und wird von den eingearbeiteten Absorbern (Wolle, Aluminiumfolie) weiter bedämpft und gestreut bis schließlich der verbliebene Restschall durch die Rückseite in den Aufnahmeraum entweicht. Inzwischen sind die Schallwellen erheblich verlangsamt worden, außerdem ist der Schall längst nicht mehr fokussiert, sondern in viele Richtungen aufgeteilt worden. So erreichen lediglich kleine, energieschwache Reste die Wände des Raumes.
Klingt gut. Aber das war nur die Theorie – im folgenden Abschnitt geht es ans Eingemachte.
Zunächst müssen Sie den Reflexion Filter mit dem mitgelieferten Montage-Bausatz am Mikrofon-Stativ befestigen. Das wird Ihnen sicherlich gelingen – solange Sie vor den Bausätzen schwedischer Möbelhäuser nicht kapitulieren. Die Stativhalterung selbst ist aus solidem Edelstahl und besteht aus diversen Schienen und eher unhandlichen Knebelschrauben. Das Mikrofon wird auf einer senkrechten Stahlsäule montiert. Alles lässt sich beliebig zueinander justieren: die Höhe des Mikrofons und sein Abstand zum Schirm, die Neigung der gesamten Einheit und so fort. Doch im Praxistest bestand ständig die Gefahr, dass die gesamte, mit sechs Kilogramm recht schwergewichtige Einheit zur Seite wegkippt. Nur durch brutales Andrehen der entsprechenden Schrauben und zwei zusätlichen helfenden Händen konnte Schlimmes wie ein Umstürzen des Stativs mit montiertem Mikrofon verhindert werden. Hier sollten die Chinesen wirklich nachbessern, denn so lässt sich der Reflexion-Filter nur unzureichend und unter gehörigem Zeitaufwand anbauen. Zumal niemand mit dem Aufbau der Gerätschaften Zeit verschwenden will.