Klein und unscheinbar wirkt das MW 12 USB Mixing Studio von Yamaha. Doch Größe ist nicht alles. Auf die inneren Werte kommt es an.
Die Bezeichnung USB Mixing Studio beschreibt das MW 12 recht treffend: ein zwölf-Kanal Mischpult mit integriertem USB Audio-Interface. Damit empfiehlt es sich grundsätzlich für mehrkanalige Anwendungen im Heimstudio und hebt sich darüber hinaus von den üblichen Desktop- oder Rack-Lösungen anderer Audio-Interfaces ab. Maximal vier Mono- und vier Stereo-Signale lassen sich digital übertragen, was in Summe eben zwölf Kanäle ausmacht. Obendrein ist im Lieferumfang auch noch der Software-Sequencer Cubase LE von Steinberg enthalten. Der Käufer erhält für knapp 390 Euro somit ein attraktives Musikproduktions-Paket.
Das Äußere des Mixing Studios gibt sich sehr aufgeräumt und übersichtlich. Ein kurzer Blick genügt und die Bedienelemente des Mischpults sind erfasst. Mit seinen fünf Kilo Kampfgewicht ist das kompakte Pult recht schwer. Der Grund dafür liegt in einer äußerst robusten Verarbeitung. Dieser Eindruck bestätigt sich auch beim Ausprobieren der Bedienelemente, die stabil und zuverlässig arbeiten. Die 60 Millimeter- Fader gleiten so wohlig zäh wie sich auch sämtliche Drehregler bedienen lassen. Selbst die Drucktaster lassen sich nur mit einem vergleichsweise höheren Kraftaufwand betätigen.
Wie so üblich bei Kompaktmischpulten – das Yamaha Pult macht da keine Ausnahme –, sind mehr Eingänge als Kanalzüge vorhanden. Die ersten vier Kanalzüge sind als Mono-Eingänge mit Mikrofon- und Line-Anschluss ausgestattet. Die nächsten zwei bilden eine Mischform mit mono XLR- und stereo Line-Buchsen. Die letzten beiden Kanalzüge sind als reine stereo Line-Eingänge wahlweise über Klinke oder Cinch ausgelegt.
Fast sämtliche Kanalzüge weisen dieselben Funktionen und Bestandteile auf. Hervorzuheben sind die Dreiband-Klangregelung mit festen Frequenzen und die zwei Aux-Wege, von denen einer per Drucktaster auf prefader schaltbar ist. Lediglich die letzten beiden Kanalzüge kommen ohne Trittschallbedämpfung und Vorverstärkungs-Regler aus, da sie lediglich Line-Eingänge besitzen.
Die Master-Sektion ist ebenfalls sehr übersichtlich gehalten. Auffällig ist in der Return-Sektion ein dritter Drehregler, der es zusätzlich erlaubt, Signale vom Return-Anschluss anteilig in die Stereosumme zu mischen. Der USB-/2 TR-Drehregler ermöglicht es schließlich, das vom Computer zurück gelieferte Signal anteilig in die Stereosumme zu mischen.
Ausgangsseitig ist der kleine Japaner reichhaltig bestückt. Außer der Stereosumme (XLR- und Klinke), gibt es weitere Ausgänge für den Control Room und die Subgruppe. Bemerkenswert sind zwei Paare Cinch-Buchsen (2 TR In und Out). Ein- und ausgangsseitig lassen sich dort CD-/MD-Player anschließen. Die dort eingespeisten beziehungsweise herausgeführten Signale gehen direkt auf die Stereosumme. Die Aufzeichnung einer Recording-Session beispielsweise auf DAT lässt sich so bequem herstellen, oder aber Musik direkt einspeisen. Geregelt werden diese Eingangssignale durch den bereits erwähnten USB-/2 TR-Drehregler. Allerdings kann es dabei zu Konflikten kommen, wenn gleichzeitig über USB und den 2 TR-Cinch-Eingang Signale ins Pult gelangen. Lediglich die Gesamtlautstärke dieser beiden Signale lässt sich gemeinsam im Verhältnis zu den anderen Eingangssignalen regeln.