Vergleichstest: Kopfhörer

Schon gehört?

Sie gehören ins Studio wie der Taktstrich aufs Notenblatt: Kopfhörer. Zwölf Modelle empfehlen sich für Ihre Studioarbeit, unser Test sagt Ihnen, welche Sie getrost aufsetzen können.

Von Harald Wittig

Es gibt grundsätzlich zwei Bereiche, in denen ein Kopfhörer eingesetzt wird: Da ist zunächst die eigentliche Aufnahme, wobei der Kopfhörer vor allem beim Einspielen oder Einsingen von Overdubs praktisch unverzichtbar ist. Der zweite Bereich ist das Mischen. Auch wenn Sie für den eigentlichen Endmix letztlich auf Ihre Monitore vertrauen sollten – um einzelne Spuren sorgfältig auf Details und etwaige Spiel- und Intonationsfehler zu untersuchen, ist ein Kontrolle mit einem guten Kopfhörer empfehlenswert. Schließlich kommen Sie in der Live-Situation wegen des üblichen Umgebungslärms um einen Kopfhörer nicht herum, um einen guten Live-Sound zur Freude Ihres Publikums zu schaffen.
Die Ansprüche an einen professionellen Kopfhörer sind also vielfältig und sehr hoch. Um Ihnen die Qual der Wahl zu erleichtern, hat Professional audio Magazin zwölf Kopfhörer eingehend im Messlabor untersucht und natürlich intensiv gehört. Die Preisspanne reicht von 45 bis knapp 250 Euro pro Stück, wobei wir sowohl Modelle etablierter Hersteller wie auch weniger bekannte Produkte ausgewählt haben.
Alle Testhörer arbeiten mit dem dynamischen Wandlerprinzip. Das erheblich aufwändigere elektrostatische Wandlerprinzip kommt hingegen nur bei sehr teuren Kopfhörern zum Einsatz. Ein herausragendes Mitglied dieser Gattung, der Stax SRM-006t, diente für den Hör- und Praxistest als Referenz und Bezugshörer.
Die zweite und auch letzte Gemeinsamkeit der Testkandidaten: Sie sind alle kabelgebunden – im Unterschied zu drahtlosen Systemen. Ansonsten unterschieden sie sich in wesentlichen Punkten.

Mehrheitlich handelt es sich bei den getesteten Kopfhörern um geschlossene Systeme. Das bedeutet, dass sich die Polster der Hörer komplett um die Ohrmuschel legen und die Ohren komplett abschirmen. Das Ohr wird dadurch nicht mehr von externen Schallquellen abgelenkt. Solche Hörer eignen sich dadurch optimal für Live-Einsätze. Gleichzeitig schirmt das geschlossene System den vom Kopfhörer produzierten Schall nach außen ab. Ein geschlossenes System ist damit bestens für die Aufnahme von Overdubs mit einem Mikrofon geeignet. Hier ist es unerwünscht, wenn Teile des Playbacks mit aufgezeichnet werden.
Nachteil: Bei längerem Betrieb kommt es systembedingt zum Wärmestau. Instrumentalisten und Sänger sollten daher regelmäßige Pausen einlegen.
Offene Systeme schirmen die Ohren nicht ab, auch wenn die Polster die Ohrmuschel umschließen. Sie lassen den Schall nach außen dringen, der Träger des Kopfhörers kann gleichzeitig auch externe Geräusche wahrnehmen. Deswegen ist dieser Typ für Mikrofonaufnahmen und den Live-Einsatz ungeeignet. Allerdings können offene Kopfhörer hervorragend fürs Monitoring geeignet sein.
Das Beste beider Welten versuchen die Hersteller mit den halboffenen Kopfhörern zu verbinden. Diese bieten einen ähnlichen Tragekomfort wie die offenen, schirmen aber besser ab. Gerade Sänger schätzen halboffene Systeme. Denn mitunter werden diese oft unsicher in der Intonation, wenn sie ihre Stimme bei geschlossenen Systemen ungewohnt im Kopf hören. Allerdings bietet sich hier nicht jeder halboffene Kopfhörer an. Oft verwechselt und durcheinander gewürfelt werden nämlich die Begriffe „halboffen/offen“ und „ohrumschließend/ohraufliegend“. Ohraufliegend bedeutet lediglich, dass die Polster auf den Ohren liegen, sie also nicht umschließen. Ohraufliegende Kopfhörer können durchaus in geschlossener Bauweise (Behringer HPS5000 und Sennheiser Hp 25 1) konstruiert sein. Genauso kann ein offener Kopfhörer ohrumschließende Polster haben. Der AKG 240 K und der Beyerdynamic DT-880 sind halboffen mit ohrumschließenden Polstern. Damit lassen sie wenig Schall nach außen dringen, ohne das Ohr völlig abzuschirmen. Daher sind beide für Sänger eine mögliche Alternative, wenngleich ein halboffener Kopfhörer immer ein wenig Schall nach außen dringen lässt.
Da halboffene Systeme nicht komplett abschirmen, sind sie für Live-Monitoring ungeeignet. Das gilt auch für die ohrumschließenden, halboffenen Hörer. Auch ein geschlossener Kopfhörer kann für diesen Bereich ungeeignet sein. Der Behringer HPS-5000 und der Sennheiser HP 25-1 liegen nämlich auf den Ohren auf und schirmen diese deswegen nicht ganz nach außen ab.

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