Der neue Look in Digidesigns überarbeitetem Homerecording-Flaggschiff Digi 003 ist nur die Spitze des Eisbergs an neuen Features. Im ausgiebigen Härtetest vermag es ein wahres Feuerwerk in Sachen Bedienkomfort abzubrennen.
Homerecordler, die in die professionelle Welt von Digidesign und Pro Tools vordringen wollen, müssen nicht zigtausend Euro für ein Highend-TDM-Produkt vom Schlage eines HD- oder Accel-Systems ausgeben. Es geht auch billiger, wie der Test der Mbox 2 Pro im Januar-Heft von Professional audio Magazin gezeigt hat. Wer in Sachen Ausstattung und Anschlüsse jedoch höhere Ansprüche stellt, für den empfiehlt sich als nächster Schritt der Kauf eines Geräts der Digi-Familie; sie ist die Homerecording-Produktlinie des Unternehmens.
Zwei Produkte gab es bislang in Form der 002-Serie, die konzeptionell in der 003-Serie fortbestehen, und jetzt in weiter entwickelter Form vorliegen. Erster Kandidat ist das knapp 2.600 Euro teure Digi 003 Factory. Ausgelegt als Konsolengerät präsentiert es sich als Kombination aus Audio-Interface und DAW-Controller. Die Komplettlösung empfiehlt sich als mächtige Schaltzentrale und Frontend fürs Recording und Abmischen. Spartanischer gibt sich die 19-Zoll Rackvariante, das knapp 1.800 Euro teure Digi 003 Rack Factory, das lediglich dasselbe Audio-Interface enthält. Es eignet sich primär für diejenigen, die bereits einen DAW-Controller besitzen und den originalen Pro Tools-Sound nutzen möchten.
Wie üblich legt Digidesign auch der dritten Digi-Generation ein umfangreiches Softwarepaket bei, in dessen Zentrum der Pro Tools LE Sequenzer steht. Gleichzeitig mit der renovierten Digi-Linie erfuhr dieser ein Update auf die Version 7.3, die mit einigen neuen Features aufwartet und in einer der nächsten Ausgaben von Professional audio Magazin vorgestellt wird. Wer es noch günstiger haben will, wählt die Rack-Version ohne die Zusatzbezeichnung Factory, die mit weniger Effekt-Plug-ins aufwartet und schließlich für knapp 1.400 Euro über den Ladentisch geht.
Im Mittelpunkt unseres Tests steht jedoch die Desktop-Variante, das Digi 003 Factory. Im Vergleich zum Vorgänger präsentiert sich die neue Generation optisch aufgehellt, mit einem Gehäuse aus hellgrauem Kunststoff mit dezent abgesetzter Oberseite in Dunkelgrau, auf der sich die Bedienelemente finden. Mit cirka sieben Kilo Einsatzgewicht vermag es in Sachen Stabilität zu überzeugen. Kritisch sehen wir allerdings, wie auch schon beim Test der Mbox 2 Pro, die Verwendung von Kunststoff-Klinkenbuchsen, deren Praxistauglichkeit sich nach wie vor noch zeigen muss. Gleich geblieben ist die Datenübertragung in den Computer über Firewire mit maximalen 24 Bit und 96 Kilohertz Abtastrate, genauso wie die Zahl der verfügbaren Ein- und Ausgänge. In Gesamtheit verfügt das Digi 003...