Als klanglichen Scheinriesen eilt kompakten Nahfeldmonitoren manchmal ein eindrucksvoller Schatten voraus. Zu Recht, wie der DBS1-A von PMC beweist.
Die Professional Monitor Company (PMC) aus England verfolgt seit Jahren unbeirrt ihren Weg, Lautsprecher-Gehäuse nach dem Line-Transmission-Prinzip (siehe Kasten) zu fertigen. Südlich von London, im idyllischen Luton, angesiedelt, schwingt Managing Director und Chief Designer Peter Thomas sein Zepter und stellt mit der jüngsten Entwicklung, dem aktiven Nahfeld-Monitor DB1S-A, einen bezahlbaren und vielversprechenden Zweiwege-Nahfeldmonitor vor. Lange Zeit waren PMC-Lautsprecher vor allem in Mastering- und Synchronisations-Studios sowie Sendeanstalten der BBC zu finden. Das sind sie noch, wie die Referenzenliste auf der Homepage von PMC1 zeigt. Allerdings beinhaltet die erweiterte Produktpalette neuerdings auch kleine Monitore wie den DBS1-A, um Projektstudios, Übertragungswagen und 5.1-Regieräume zu bestücken. Der Neuling zeichnet sich neben der aufwendigen Gehäusekonstruktion durch passive, handgefertigte Frequenzweichen und die so genannte Digitale Biphase Fusion Amplification des japanischen Herstellers
Flying Mole aus. Wurden bei früheren Modellen noch analoge Verstärker der kanadischen Edelherstellers Bryston verbaut, will PMC mit dem neuen Partner jetzt Gewicht, Platz und Geld sparen, „ohne das qualitativ hochgesteckte Ziel aus den Augen zu verlieren“, so versichert Thomas.
Die Buchstaben S (Studio) und A (Activated) im Produktnamen stehen zum einen für die günstigere, schwarz lackierte Studiovariante – das Hi-Fi-Pendant wird aus Echtholz hergestellt – und für die eingebaute 120-Watt-Endstufe. Um den
versprochenen Frequenzbereich von 50 Hertz bis 22 Kilohertz nach unten zu erweitern, bietet PMC zusätzlich den Subwoofer TLE1S an. Er ist ebenfalls nach dem Transmission-Line-Prinzip konstruiert, mit zwei Treibern bestückt und
nach altbewährter Fertigungsphilosophie noch mit einem modifizierten Bryston-Verstärker ausgestattet. Für unseren ausführlichen Hörtest haben wir das Lautsprechersystem, bestehend aus zwei DBS1-A (885 Euro) und dem TLE1S (XXX Euro) unter die Lupe genommen.
Dass unsere Testkandidaten nicht frisch rasiert und etwas abgekämpft in der Redaktion erscheinen, verzeihen wir ihnen gerne – es liegt wahrscheinlich an der langen Promotion-Tour, die sie hinter sich haben. Vor allem zeigt es aber die Widerstandsfähigkeit der kompakten Gehäuse, die trotz oder gerade wegen ein paar harmlosen Kratzern, nach professionellem Arbeitsgerät aussehen, das auch nicht vor widrigen Bedingungen...