„Blu-ray ist doch nur etwas für Cineasten und Heimkino-Freaks“, spottet so mancher Musikliebhaber. Doch weit gefehlt: Mit der Pure Audio Blu-ray Disc eröffnet der Speicherriese überaus interessante Möglichkeiten für den Audiobereich und könnte für die Musikindustrie das Medium der Zukunft sein.
2008 verkauften sich alleine in Westeuropa rund 600.000 Blu-ray-Player. Schätzungen zur Folge soll sich die Zahl 2009 trotz Wirtschaftskrise auf 1,8 Millionen verdreifachen. Alleine in Deutschland werden bis Ende dieses Jahres 400.000 verkaufte Abspielgeräte für Blu-ray Discs erwartet. Der weltweite Absatz der Discs soll gleichzeitig auf über 100 Millionen Stück steigen. Das entspricht einem Wachstum von über 300 Prozent zum Vorjahr (36 Millionen) . Ein riesiger Markt öffnet sich unaufhaltsam, seitdem die Spezifikationen für die Blu-ray Disc (BD) 2002 durch das Blu-ray Konsortium festgelegt wurden. Ein Markt, den sich auch die Musikindustrie zunutze machen kann. Thilo Röhrig, Vorsitzender der Blu-ray Group Deutschland erklärt: „Wir sehen großes Potenzial für weiteres Wachstum der Blu-ray Disc. Viele Heimkinofans nutzen die deutlich sinkenden Preise sowohl für die Filme als auch für die Player zum Einstieg in das neue Medium. Exklusive Features, die herausragende Bild- und Tonqualität, ein immer größeres Angebot an attraktiven Titeln und niedrigere Preise kurbeln außerdem die Nachfrage weiter an.“ Es gibt bereits Blu-ray-Player unter 200 Euro wie den Samsung BD-P1500, den Sharp BD-HP20, den B1-M110 von Funai, den BD-370 von LG, Sonys BDP-S350 oder den BDP3000 von Philips. Mit Sicherheit werden bei steigender Nachfrage und verkauften Stückzahlen die Preise weiter sinken. Ergo stehen in immer mehr Haushalten Blu-ray-Player die es ermöglichen, HD-Videos und hochauflösende Audio-Formate auch in mehrkanalig abzuspielen. Gleichzeitig kommen die meisten Player mittlerweile auch mit DVDs und CDs zurecht und bieten oftmals auch noch die Möglichkeit Fotos (Jpgs) auf dem Fernseh-Bildschirm anzuzeigen. Der Hersteller Marantz kündigt beispielsweise zur High-End in München den Universalplayer UD9004 an, mit dem es dann sogar auch möglich ist, SACDs abzuspielen. Stefan Bock, Geschäftsführer der Münchener MSM-Studios, sieht die BD als Tonträger der Zukunft und glaubt, dass sie die weniger erfolgreichen Formate SACD und DVD-Audio ablösen wird. Der größte Vorteil liegt zunächst in der Speicherkapazität von 25 Gigabyte (Single Layer).
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