Viele Features, jede Menge Einstellmöglichkeiten, reichlich Anschlüsse, geringe Abmessungen, solider Klang: Der jüngste Spross aus dem Hause Mark of the Unicorn versucht das Unmögliche.
Spätestens seit dem erfolgreiche Popsongs komplett auf einem Notebook im Hotelzimmer produziert worden sein sollen, sind mobile Recording-Studios salonfähig geworden. Meist bestehen sie aus einem mehr oder weniger leistungsfähigen Notebook und einem USB- oder Firewire Audio-Interface. Dass aktuelle mobile Interfaces beachtliche Qualitäten aufweisen können, haben einige Modelle in Tests in Professional audio Magazin schon bewiesen.
Jetzt ist Mark of the Unicorn mit seinem Beitrag zur aktuellen Mobil-Szene vorstellig geworden und präsentierte kürzlich den UltraLite, dessen unverbindlicher Richtpreis 675 Euro beträgt. Als kleiner Bruder des seit Jahresfrist erhältlichen, ebenfalls schon sehr mobilen Traveller gibt sich der mit 24 Bit Auflösung und maximal 96 kHz Samplingfrequenz arbeitende Ultralite nochmals kompakter. Mit den Ausmaßen einer kleinen Schachtel Pralinen passt er garantiert in jede Akten- oder Notebook-Tasche. Das gedrungen wirkende gegossene Aludruckgehäuse mit seiner leicht rauen und Handschmeichelnden Oberfläche ist ein optischer und haptischer Genuss. Das Gewicht ist mit etwas mehr als einem Kilogramm erstaunlich hoch und vermittelt zusätzlich Wertigkeit. Es entsteht sehr schnell das gewisse haben-will-Gefühl. Dieses setzt sich fort, wenn man sich intensiver mit den technischen Details des Ultralite beschäftigt. Zwar braucht man recht spitze Finger, um die vier winzigen Kippschalter für Phantomspeisung und Dämpfungschalter (-18 und -36 dB) und die sieben kleinen Endlos-Drehregler auf der Front zu bedienen, doch die Haptik überzeugt. Viel Platz ist auf der Front des neuen Motu nämlich nicht, musste doch noch ein hintergrund beleuchtetes LCD-Display, die Kommandozentrale darstellend, eine Kopfhörerbuchse und ein kombinierter Mikrofon- Instrumenten-Anschluss als kombinierte XLR-/TRS-Klinbkenbuchse Platz finden. Den zweiten Mikrofon-Instrumenten-Anschluss mussten die Entwickler auf die Rückseite verbannen. Dort sitzen auch dicht gedrängt alle anderen Anschlüsse des Ultralite – und davon gibt es eine Menge. Sechs analoge Hochpegeleingänge, acht analoge Ausgänge plus zwei Main-Ausgänge, alle in Klinke, symmetrisch ausgeführt, sowie je ein S/PDIF Digital- Ein- und Ausgang mit Cinch-Buchsen finden sich dort. Zwei Midi-Buchsen, je ein Ein- und Ausgang, und zwei Firewire-400-Anschlüsse machen neben einer Buchse für das mitgelieferte externe 9-Volt-Steckernetzteil die Rückseite voll. Der Gleichstrom-Eingangsbuchse ist es übrigens egal, ob der mittlere Stift plus oder minus gepolt ist. Das macht im Notfall die Ersatzbeschaffung eines Netzteils, falls das mitgelieferte abhanden gekommen ist, unproblematisch. Alternativ lässt sich der Ultralite auch via Firewirekabel vom Notebook aus mit Energie versorgen. Wir empfehlen aber ausdrücklich, die stabilere Stromversorgung durch das Netzteil vorzuziehen, das hat nicht unerhebliche Vorteile für die Klangqualität.
Zwar sitzen die insgesamt 20 Klinkenbuchsen auf der Rückseite etwas nahe beisammen, sonderlich dick dürfen die entsprechenden Stecker nicht ausfallen, doch die Qualität aller Anschlüsse ist hochwertig. Die Mikrofonanschlüsse besitzen beispielsweise professionelle Verriegelungstasten, das bieten viele Konkurrenten in dieser und höheren Preisklassen nicht.
Sehr clever, wenn auch ein wenig gewöhnungsbedürftig, geriet das Management für die vielfältigen Einstelloptionen mit Hilfe des sehr gut ablesbaren LCD-Displays und der vier, präzise laufenden Endlos-Drehregler rechts daneben. Alle Regler haben zusätzlich eine Drucktaster-Funktion, mit der sich entweder ein Wert anwählen oder bestätigen lässt. Mit Hilfe des Page-Reglers kommt man per Tastendruck von der Aussteuerungsanzeige in die Menüs Setup oder Mixer. Dort blättert man jeweils seitenweise bis zur gewünschten Funktion durch Die jeweils dort einstellbaren Parameter wählt man zuerst mit dem Curser-Regler an und verändert den Wert mit dem Value-Regler. Klingt kompliziert, ist aber einfach.