Test: Kopfhörer-Verstärker Lake People Phone Amp F399 D

Aufnahmebereit

Sie wollen künftig Ihre Gesangspuren live aufnehmen. Die passenden Kopfhörer haben Sie schon, was fehlt, ist ein richtig guter Mehrkanal-Kopfhörerverstärker. Die Menschen vom Bodensee haben einen im Angebot.

Von Harald Wittig

Das Konstanzer Lake People Unternehmen besteht seit 1986 und hat sich im professionellen Audiogeschäft einen hervorragenden Namen gemacht. Zur mittlerweile recht umfangreichen Produktpalette im analogen und digitalen Bereich gehört auch der Kopfhörer-Verstärker Phone Amp F399. Es gibt ihn in zwei Varianten: Die Basisausführung namens F399 S kostet rund 450 Euro und besteht aus einer Einheit mit zwei Kopfhörerverstärkern. Wir haben für den Test das Modell F 399D gewählt. Das ist mit einem Preis von circa 700 Euro zwar deutlich teuerer, verfügt aber – bei  ansonsten gleicher Konzeption und Bauweise – über zwei Module und damit insgesamt vier Verstärker. Da alle grundsätzlichen Ausführungen zum Aufbau und den Leistungsmerkmalen für beide Ausführungen gelten, können Sie bei Ihrer Wahl nach Ihren persönlichen Kriterien zwischen F399 S und F399 D auswählen.

Äußerlich macht der sauber verarbeitete F399 D im 19 Zoll-Rackformat nicht viel her: Mit seiner grauen Aluminiumfront und dem hellgrauen Edelstahlgehäuse präsentiert sich der Verstärker zurückhaltend schlicht, DIE Funktionalität ist seine Stärke. Jedes Verstärker-Modul hat vier Kopfhöreranschlüsse (6,3 mm-Klinke) auf der Vorderseite. Für jeweils zwei dieser Anschlüsse gibt es einen roten Lautstärkeregler und einen grauen Balanceregler. Die Regler laufen angenehm weich bei sehr guter Regelcharakteristik: Feinfühlige Lautstärke- und Balanceeinstellungen sind damit einfach zu bewerkstelligen, was gerade in der Aufnahme-Situation hohen praktischen Nutzwert hat. Denn jeder Musiker hat sein eigenes Monitor-Wohlbefinden, auf das sich eigentlich der Toningenieur einstellen muss. Am F399 können die Instrumentalisten jedoch selbstständig und unabhängig voneinander den gewünschten Wiedergabepegel einstellen.

Ein ebenfalls nicht zu unterschätzende Hilfe in der Praxis sind die beiden Split-Schalter – jeweils einer ist den beiden Kopfhöreranschlüssen zugeordnet: Normalerweise arbeiten die Ausgänge im Stereobetrieb; der Schalter steht entsprechend auf Stereo. Wird er auf Split geschaltet, wird der linke Kanal über beide Muscheln des linken Kopfhörers und der rechte Kanal über beide Muscheln des rechten Kopfhörers wiedergegeben. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn die Eingänge mit Monosignalen belegt sind.

Auch rückseitig hat jedes Modul eine Reihe von Anschlüsse: Die beiden XLR-Anschlüsse BAL in R und BAL in L sind erste Wahl zur Verbindung mit der Signalquelle, in der Praxis wird dies ein Mischpult sein. Zusätzlich gibt es noch je einen unsymmetrischen Stereo-Klinken-Ein- beziehungsweise Ausgang. Diese können zum Beispiel Send/Return verwendet werden: Sie haben hier also einen Einschleifweg für Effektgeräte, beispielsweise ein Hallgerät.

Dass der F399 auf die Bedürfnisse professioneller Anwender zugeschnitten ist, zeigt sich auch im Vorhandensein des so genannten Command-Eingangs, ausgeführt als XLR-Buchse. Üppig ausgestattete Mischpulte haben in der Regel einen Talk-Back-Schalter, der ein angeschlossenes oder eingebautes Mikrofon aktiviert. So kann der Toningenieur vom Regieraum aus mit den Musikern im Aufnahmeraum kommunizieren. Das Talk-Back-Signal kann bei Profi-Pulten über einen eigenen Ausgang auch übertragen werden. Über den Command-In des F399 wird es auf alle Kanäle des Verstärkers zugemischt.

Seitenanfang 

Das wars, wenn Sie weiterlesen möchten, müssen Sie sich als Extended-User anmelden

Loggen Sie sich in der MyPaM-Box als Extended-User oder Abonnent ein. Noch kein Extended-User? Registrieren Sie sich kostenlos und unverbindlich hier