Test Firewire Audio-Interface Focusrite Liquid Saffire 56

Focusrite Liquid Saffire 56

Herztransplantation

Mit dem Liquid Saffire 56 macht Focusrite den Klang der begehrtesten Studioklassiker unter den Mikrofon-Vorverstärkern für alle zugänglich. Mit der hauseigenen Liquid-Technologie setzen die Briten dem neuen Firewire-Audio-Interface die Krone auf.

Von Raphael Hornbruch

Welcher Studiobesitzer träumt nicht davon, dass seine Racks vollgepackt sind mit Gerätschaften, deren Klänge auf den erfolgreichsten Alben der Musikgeschichte zu hören sind? Wie wäre es beispielsweise mit einem Neve 1073, Telefunken V72 oder einem Vorverstärker aus einer Helios- oder API-Konsole? Mit seiner Dynamic Convolution-Technologie verpflanzt Focusrite sozusagen das Herzstück des berühmten Liquid Channel in ein Mehrkanal-Audio-Interface und macht damit für Musiker mit schmalem Geldbeutel den Traum wahr. Für etwa 800 Euro bietet das neue Firewire-Audio-Interface neben der Studioklassiker-Simulation acht analoge Eingänge, die wahlweise Mikrofon- und Line-Signale verarbeiten können sowie zehn analoge Ausgänge. Auf digitaler Seite kommen 16 ADAT-Kanäle sowie eine S/PDIF-Schnittstelle hinzu. Damit ist das Liquid Saffire 56 üppiger ausgestattet als das bisherige Topmodell Saffire Pro 40 (Test in 2/2009) und markiert somit das obere Ende der Saffire-Serie.  Das überwiegend in mattschwarz gehaltene 19-Zoll-Gehäuse des Liquid Saffire 56 macht mit einem Gewicht von vier Kilogramm einen soliden und gut verarbeiteten Eindruck. Die Kanäle eins und zwei der Vorverstärker-Sektion stechen mit einer abgehobenen, weißen Hochglanzoberfläche und dem blau hinterleuchteten Liquid-Logo hervor, die das besondere technische Highlight des neuen Flaggschiffs aus der britischen Pro-Audio-Schmiede optisch unterstreichen: Hier befinden sich die Liquid Pre-Amps, die den Klang von zehn klassischen Vorverstärkern lupenrein emulieren. Doch dazu später mehr. Die Kanäle drei bis acht bieten ebenfalls Mikrofon-Eingänge, allerdings konventionelle, ohne DSP-Management. Die Kanäle drei und vier bieten zusätzliche Instrumenteneingänge auf der Vorderseite und eine Pegelabsenkung. Außerdem gibt es für die Kanäle drei, fünf und sieben einen Phasenumkehrschalter. Somit sind die Vorverstärker unterschiedlich ausgestattet, was sicherlich die Flexibilität erhöht. Allerdings schränkt die versetzte Anordnung in zwei Reihen die Übersichtlichkeit auf der Frontplatte ein.  Löblich: Die Phantomspeisung ist für jeden Kanal einzeln schaltbar. Zur visuellen Kontrolle beim Einpegeln gibt es für alle Analogeingänge eine mit fünf LEDs üppig ausgestattete, zentral angeordnete Pegelanzeige, die sich auch zur Pegelkontrolle der ADAT-Eingänge umschalten lässt. Jeder Schalter verfügt über eine Kontroll-LED. Darüber hinaus befinden sich mehrere Status-LEDs am Gerät, die Auskunft über die gewählten Eingänge geben. Die Eingangsbuchse selbst wird in der beiliegenden und auf einem PC oder Mac zu installierenden Mixer Software gewählt. Anlass zur Kritik geben, wie schon beim kleineren Bruder Saffire Pro 40, die Gain-Potis, die erst im letzten Drittel des Regelwegs so richtig zupacken.

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