Test: 6-Kanal Mixer Tapco Blend 6

Das Young-Fashion-Label und sein mobiles Equipment

Immer mehr Musiker und Produzenten der jungen Generation setzen auf kompaktes und mobiles Equipment. Denn professionelles Produzieren erfordert nicht mehr zwingendgroße Tonstudios. Wir sagen Ihnen, was die Mischkonsole von Tapco leistet.

Von Michael Nötges

Immer besser werdende Software, für alle Recordingbereiche, komprimieren das ehemals große Studio auf Laptop oder PC-Größe. Wer möchte da noch, wenn er sein komplettes virtuelles Studio in der Tasche tragen kann, zwei Hände für den Mixer hergeben.  Für den Blend 6 Sechskanalmixer von Tapco braucht man definitiv bloß eine Hand oder man lässt das Kompaktpult einfach neben dem Laptop in der Tasche verschwinden. Hinter dem Young-Fashion-Label Tapco steckt der renommierte Audioequipment-Hersteller Mackie. Dieser gehört dem weltweit überaus erfolgreichen Unternehmen Loud Technologies an, unter dessen Namen neben Tapco und Mackie, auch Marken wie Ampeg, Crate oder Alvarez in Erscheinung treten. Die junge Marke Tapco konzentriert sich, mit dem Blend 6 und anderen kompakten Mixern aus der Mix-Serie, auf die Zielgruppe der Taschenspieler unter den Musikern und Produzenten. Sie bringen damit Audio-Produkte für den Live- und Recording-Bereich auf den Markt, die sich durch ihr junges Image an Einsteiger und Semiprofis wenden. Das Ziel ist es, Produkte anzubieten, die professionellen Standards genügen, den Geldbeutel dabei aber nicht zu sehr in Anspruch nehmen. Der Blend 6 verspricht robuste Kompaktheit für kleinere Live- und Recording-Sessions, gewohnt guten Klang durch die Mackie-Technologie und das Ganze für rund 150 Euro. Ist das wirklich möglich?

Der Sechskanalmixer Blend 6 von Tapco ist ein kompakter Recording- und Live-Mixer. Bestehend aus einem soliden Stahlgehäuse und  Seitenteilen aus Polykarbonat, welches den Ruf hat besonders  robust und schlagfest zu sein, macht der kleine Mixer einen sehr stabilen Eindruck. Die Bedienung findet ausschließlich über Taster und Platz sparende Drehregler statt, die allesamt farblich gut abgesetzt sind, um zum einen den jungen Esprit der Marke Tapco  zu transportieren und zum anderen für ein übersichtliches Bedienfeld zu sorgen. Der Einsatz von Fadern widerspräche aufgrund des größeren Platzbedarfs dem Konzept des Kompaktmixers, auch wenn diese den gewohnten Erwartungen an ein Mischpult eher entsprächen. Es ist genügend Platz zwischen den einzelnen Bedienelementen, so dass die gute Handhabung, auch wenn man ein Freund von Fadern ist, durch die Drehregler gewährleistet ist. Kanal eins und zwei  sind wahlweise als Mikrofon- oder Instrumenten-Eingänge zu gebrauchen und verfügen als einzige über Level-Control-LEDs und Eingangs-Gainregler, die aufgrund ihrer geringen Höhe — sie ragen nur etwa vier Millimeter aus dem Gehäuse heraus — mit sehr viel Fingerspitzengefühl eingestellt werden müssen. Sehr praktisch ist, dass die Instrumenteneingänge auch für symmetrische Verbindungen ausgelegt sind, was Störgeräusche durch unsymmetrische Signalübertragung vermeidet und DI-Boxen überflüssig macht. Neben diesen zwei voll ausgestatteten Kanalzügen befinden sich zwei weitere, die  für Stereo- und Monosignale ausgelegt sind. Hier lassen sich maximal zwei Stereosignale über Klinkenverbindungen anschließen.  Auch als Monokanal nutzbar sind diese Eingänge  symmetrisch konzipiert, wobei sich hier der Eingangspegel nicht einstellen lässt. Die Equalizer-, Panning- und Level-Einstellungen von Kanalzug drei wirken auf das Mono-, sowie das Stereosignal, das über die Eingangsbuchsen drei und vier eingespeist wird. Genauso verhält es sich mit Kanalzug vier, der für die Eingänge fünf und sechs zuständig ist. Der Equalizer verfügt jeweils über einen Filter für die Höhen oberhalb  von zwölf Kilohertz und einen unterhalb von 80 Hertz. Die Level- und Panning-Regler der vier Kanalzüge erfüllen gut einstellbar ihren Zweck. Der Blend 6 ist mit zwei Aux-Wegen ausgestattet, die sich über die dazugehörigen Aux-Send- und Aux-Return-Regler beeinflussen lassen. Der erste Einschleifweg ist für den Monitor-Mix konzipiert. Im Unterscheid zum zweiten klassischen Effekt-Einschleifweg, dessen Signal den kompletten Kanalzug durchläuft, wird hier das Signal vor der Lautstärkeregelung der Kanäle abgezweigt. Dies ermöglicht einen Monitor-Mix, der unabhängig von den Levelreglern des Main-Mixes konzipiert werden kann. Über die Aux-Send-Drehregler lässt sich so das Verhältnis der Aux-Wege untereinander, und über die Aux-Return-Regler die Gesamtlautstärke, anpassen.  Damit ist der kompakte Mixer sowohl für kleinere Live-Szenarien im Proberaum oder Clubs, als auch für Projektstudios und Recording-Sessions mit geringem Umfang ausgestattet. Ein mögliches Live- oder Proberaum-Setup könnte aus zwei angeschlossenen Mikrofonen an Kanal eins und zwei für den Gesang,  ein Keyboard an Kanal drei und vier, sowie einem über ein Audio-Interface angeschlossenen Sequenzer, bestehen.

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