Aus den USA kommen zwei Geräte, die angetreten sind, den Markt der Digitalwandler umzukrempeln. Ob sie das Zeug dazu haben, zeigt dieser Test.
Wer für sein Studio einen Digitalwandler benötigt, kann meistens nur aus Geräten wählen, die ein- und ausgangsseitige Wandler in einem Gehäuse enthalten. Die in Syracuse, New York, ansässige Firma Benchmark Media Systems hat vor zwei Jahren diese scheinbar zwingende Einheit aufgebrochen und den Digital-/Analog-Wandler DAC1 vorgestellt. Das knapp 1.000 Euro teure Gerät etablierte sich schnell und wurde zu einem Bestseller. Dieser Erfolg animierte die Entwickler nachzulegen und als passendes Gegenstück den Analog-Digital-Wandler ADC1 zu präsentieren. Der ist seit kurzem auch hierzulande für knapp 1.800 Euro erhältlich. Beide Geräte rangieren preislich also in der gehobenen Klasse.
Durch die Ausführungen der Gehäuse-Dimensionen im halben 19-Zoll Format lassen sich beide Geräte bequem in einer Höheneinheit nebeneinander im Rack montieren. Der Vorteil dieser geteilten Lösung ist offensichtlich: Je nach Einsatzzweck lässt sich ein modulares Wandlersystem mit einer unterschiedlichen Anzahl separater Analog-/Digital- oder Digital-/Analog-Wandler zusammenstellen. Wer beispielsweise mehrere analoge Signale digital wandeln, aber lediglich stereo zurückwandeln möchte, kauft sich die dafür benötigte Zahl an ADC1 Geräten – mehrere Geräte lassen sich bequem miteinander über Wordclock synchronisieren und kaskadieren – und ein DAC1. Wer indes mehrkanalig zurückwandeln möchte, beispielsweise für die Beschallung unterschiedlicher Abhörsysteme, nimmt die entsprechende Zahl von DAC1-Wandlern. Ein anderes Szenario: Sie schließen an ein älteres Digitalmischpult einen DAC1 an und verpassen dem Pult damit ein Wandler-Tuning am Ausgang.
Das Hauptfeature der Geräte ist die von Benchmark Media Systems entwickelte so genannte Ultralock-Technik, die beide Geräte unempfindlich gegen Jitter (siehe Kasten) machen soll. Die Wandler verarbeiten Samplingfrequenzen bis maximal 192 Kilohertz bei einer Wortbreite von maximal 24 Bit und senden respektive empfangen Signale im AES/EBU, S/PDIF-, sowie im ADAT-Format. Damit empfehlen sie sich auch von ihrer Leistung her für den professionellen Einsatz.
Das Innenleben von ADC1 und DAC1 ist in stabilen, vornehm wirkenden schwarzen Metallgehäusen verpackt. Die Drehregler beider Wandler mit ihren massiven Metallknöpfen sind Profi-Klasse und lassen sich angenehm zäh bedienen, wobei sie eine ganz feine 41-stufige Rastung besitzen, die das Reproduzieren von Einstellungen leicht und präzise gestaltet. Die filigranen Kippschalter sind mit ihren genauen und strammen Schaltwegen ebenfalls hochwertig. Netzschalter sucht man an beiden Geräten jedoch vergebens. Das Ziehen der Stromkabel ist also fällig, will man die Geräte komplett ausschalten. Das halten wir für etwas zu puristisch. Die Anschlüsse auf der Rückseite weisen XLR-Buchsen von Neutrik, eine optische Schnittstelle und anstelle von Cinch-Buchsen BNC-Anschlüsse auf. Alle Anschlüsse sind grundsolide in die Geräte verbaut. Wer koaxial über S/PDIF wandeln möchte, wird ebenfalls bedient: Entsprechende Adapter liegen den Geräten bei.
Mit zwei Drehreglern lassen sich am ADC1 die analogen Stereo-Eingangssignale einpegeln. Diese Möglichkeit ist nicht alltäglich, sehen die Konkurrenzprodukte in der Regel eine solche Funktion nicht vor. Das Ablesen der bereits digital gewandelten Eingangspegel erfolgt beim Analog-/Digital-Wandler durch zwei Reihen von LED-Ketten mit jeweils neun Segmenten. Per Kippschalter lassen sich dabei drei Modi anwählen, die eine unterschiedlich feine Auflösung der Pegel ermöglichen.