Test: Kompressor Klark Teknik Square One Dynamics

Mein Name ist One. Square One.

Die britische Edelmanufaktur Klark Teknik schickt Agent 008, besser bekannt als Square One, wie immer bestens ausgestattet, in sein nächstes Abenteuer. Diesmal geht es um die absolute Signalkontrolle.

Von Michael Nötges

Überaus problematisch ist es, bei großen Live-Events oder aufwendigen Produktionen, nicht die Übersicht über die einzelnen Klangquellen zu verlieren. Die ankommenden Signale müssen kontrolliert und mögliche Störgeräusche eliminiert werden. Das Ganze sollte dann noch unkompliziert und mit klanglichem Niveau geschehen, um am Ende eine professionelle Performance oder Produktion, mit gutem Sound gewährleisten zu können. Mit dem achtkanaligen Kompressor des Produkt-Bundles Square One, haben die Tüftler von der Insel einen überaus flexibel einsetzbaren Kompressor entwickelt, der aufgrund seiner Ausstattung, problemlos den Anforderungen im Studio und im Live-Einsatz gerecht werden kann. Fest steht, dass Q - in diesem Fall der Quartiermeister bei Klark Teknik und nicht Major Quentin Boothroyd, der Leiter der fiktiven Forschungsabteilung aus den Bondfilmen - dem Agenten 008 wie immer eine Menge nützlicher Features und Hilfsmittel mit auf seine Mission gegeben hat und fest steht auch, dass der Gentleman am Ende seine Mission souverän erfüllen und ohne ein weibliche Begleitung nicht auskommen wird: aber richten wir den Spot auf Agent 008.

Der smarte Engländer ist zunächst nett anzuschauen und durchbricht sein gradliniges Design lediglich durch die etwas gewagte Farbgebung. Die grauen Bedienelemente auf der violetten Frontplatte sind, übersichtlich und gut bedienbar, nebeneinander angeordnet. Jeder Kanal verfügt über dieselben kompressortypischen Bedienelemente, wie Threshold, Attack-, Release-Zeit und Ratio. Beeindrucken hierbei ist die Flexibilität der Einstellmöglichkeiten. Der Threshold lässt sich zwischen -50dB und +25dB  einstellen. Die Lautstärkeregulierung reicht von 0dB bis 30dB. Endrucksvoller sind die Werte der Attack- und Release-Zeit. Was dezent mit langsam und schnell auf dem Frontpanel beschrieben wird, hält was es verspricht. Im Kompressor-Modus reicht die Attack-Zeit von 100 Mikrosekunden bis zu 20 Millisekunden. Ist das Gerät durch den Druck eines Tasters auf den Gate-Modus eingestellt, werden Reaktionszeiten von zehn Mikrosekunden bis zu zehn Millisekunden möglich. Die Release-Zeiten für die Kompressorfunktion von 50 Millisekunden bis zu 2,5 Sekunden und für die Gate-Funktion von zwei Millisekunden bis zu zwei Sekunden, sind zudem überaus praktisch. Auch die Möglichkeiten der Einstellung  des Kompressionsgrads lassen keine Wünsche übrig. Sie  liegen zwischen einem Kompressionsverhältnis von eins zu eins und unendlich zu eins, so dass der Square One auch problemlos als Limiter eingesetzt werden kann, stellt man eine kurze Attackzeit und ein Kompressionsverhältnis von unendlich zu eins ein.

Aber das ist bei weitem nicht alles, was der flexible Kompressor zu bieten hat. Grundsätzlich verwendet der Square One zwei Kompressionsarten: die Effektivwert- und die Spitzenwerterkennung. Über das Drücken des Vintage-Tasters kann zwischen diesen beiden Modi gewechselt werden. Die Spitzenwerterkennung begünstigt das Entstehen harmonischer Obertöne, die für den typischen Vintage-Sound verantwortlich  sind. Der Hard-Knee-Taster entscheidet zudem über das Kompressionsverhalten. In gedrücktem Zustand ist der Übergang zur Kompression abrupter und aggressiver im Gegensatz zur eher zurückhaltenden Soft-Knee-Einstellung. Es ergeben sich hieraus vier verschiedene Kompressionsmodi, die unterschiedlich und gewinnbringend eingesetzt werden können.  Um den Square One auch als frequenzabhängigen Breitbandkompressor benutzen zu können, ist eine Filtersektion in jedem Side Chain-Einschleifweg [g] integriert. In der Filter-Sektion wird zum einen das eingeschliffene Side-Chain-Signal über den Ext-Key-Taster und zum anderen  der integrierte Filter über den Filter-Taster aktiviert. Über den Sidechain-Frequency-Drehregler sind dann Frequenzbereiche zwischen 40Hz und 16kHz wählbar.  Ist der Filter eingeschaltet und die Sidechain-Funktion aktiv, lässt sich der Bereich des Side Chain-Signals wählen, der Einfluss auf die Kompression nehmen soll. Ein weiterer Taster entscheidet über die Breite des Q-Faktors [g]. Es kann zwischen schmal und weit gewählt werden. Durch diese effektive Funktionsweise lässt sich der Kompressor leicht in  einen De-Esser verwandeln, der unangenehme Zischlaute in Gesangsaufnahmen entschärft, wobei sich die Frequenzbereiche sehr komfortabel einstellen lassen. Durch den stufenlos verstellbaren Frequenzregler gibt es gute Möglichkeiten auch andere störende Frequenzen verschiedener Instrumente zu eliminieren. Der Solo-Taster dient zum unabhängigen Abhören des Side Chain-Signals.

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