Sechs PCI-Soundkarten in einer Preisspanne zwischen 100 und 250 Euro haben wir auf Anschluss und Wandler geprüft. Das Ergebnis überrascht. Professional audio Magazin bittet zu Tisch.
Ein oberflächlicher Blick auf die aktuelle Produktpalette vieler Hersteller verheißt, dass es momentan nur einen Weg gibt um analoge oder digitale Signale von außen in den Computer zu senden, nämlich den über externe Audio-Interfaces. Der Markt an PCI-Soundkarten fristet scheinbar ein Schattendasein am Rande, obwohl es nach wie vor eine reichhaltige Palette unterschiedlichster Modelle gibt. Der Großteil der Karten ist dabei schon länger am Markt. Nichts desto trotz sind sie nach wie vor eine ernst zu nehmende Alternative für alle diejenigen, die vornehmlich im heimischen Studio ihre Musik produzieren wollen. Professional audio Magazin holt sechs Soundkarten aus der vermeintlichen Nische heraus und unterzieht sie einem detaillierten Vergleichstest.
Im Vorfeld dieses Soundkarten Vergleichstests geht es zunächst um die Sichtung des Testfelds. Innerhalb der von uns gesetzten Preisspanne gibt es unzählige ähnliche Produkte, selbst innerhalb des Angebots eines Herstellers. Die Wahl fällt also schwer, da Kriterien wie gleiche Zahl von Anschlüssen oder Aktualität der Produkte nur schwerlich auf einen Nenner zu bringen sind. Schließlich entscheiden wir uns für folgende Kriterien: Sämtliche Soundkarten müssen ein- und ausgangsseitig Abtastraten von 24 Bit und 96 Kilohertz voll duplex bereitstellen, nach Möglichkeit über analoge symmetrische 6,3 Millimeter Klinken Ein- und Ausgänge verfügen und zumindest koaxiale S/PDIF-Anschlüsse enthalten. Des Weiteren sollen die Karten hinsichtlich Ausstattung und Flexibilität, gerade hinsichtlich mehrerer gleichartiger Produkte eines Herstellers, eine größtmögliche Bandbreite aufweisen. Soundkarten im Verbund mit externen Ein-/Ausgangs-Boxen bleiben außen vor. Schließlich entscheiden wir uns für die Mia Midi-Karte von Echo Digital Audio Corporation, die 1212m von E-MU Systems, die Maya44 von ESI, der Marc X von Marian, der Delta 1010LT von M-Audio und der Phase 28 von Terratec. Den Verkaufsschlager von ESI, die Juli@-Karte, lassen wir außen vor, da die Maya44 das jüngere Produkt ist. Die äußerst beliebte Einsteiger-Karte Delta Audiophile 2496, sowie die Delta Audiophile 192 von M-Audio berücksichtigen wir ebenfalls nicht, da uns die Delta 1010LT-Karte die ungleich flexibleren Möglichkeiten offeriert.
Die Zusammenstellung der Soundkarten bietet ein bunt gemischtes Feld unterschiedlicher Ausstattungs-Merkmale und auch Karten-Konzeptionen. Die Spanne reicht von einer einzigen Karte, die sämtliche Anschlüsse auf dem Slot-Blech enthält, hin zu Lösungen mit einer oder mehreren Kabelpeitschen, bis hin zu einer Verteilung der Anschlüsse auf eine zusätzliche Erweiterungs-Karte. Den Anfang macht die vom Preis her attraktivste Karte des Testfelds, die Maya44, die vier 6,3 Millimeter Klinken-Anschlüsse in Stereo besitzt, aber lediglich über einen koaxialen und optischen S/PDIF-Ausgang und noch nicht einmal eine MIDI-Schnittstelle verfügt. Dieses vermeintliche Manko lässt sich durch den Kauf der optionalen MI/ODI/O-Karte beheben, die über die zuvor vermissten Schnittstellen verfügt und über ein Flachbandkabel mit der Maya44 verbunden wird. Sie schlägt mit 65 Euro zusätzlich zu Buche, was den Gesamtpreis letztlich auf 174 Euro hebt, aber immer noch im Rahmen unseres Testfelds liegt. Besondere Features: Der erste Stereo-Eingang kann zum Anschluss eines Mikrofons auf symmetrisch geschaltet werden. Zusätzlich bietet die Maya44 dafür als einzige Karte auch noch eine Phantomspeisung an. Die beiden Ausgänge enthalten zusätzlich einen Kopfhörerverstärker. Sie empfiehlt sich mit ihren Leistungsmerkmalen gerade für Einsteiger, die mit digitalen Geräten vielleicht noch nicht in dem Maße in Kontakt kommen.
Die Mia Midi-Karte ist ähnlich aufgebaut. Sie bietet jeweils zwei symmetrische 6,3 Millimeter Klinken Mono-Ein- und Ausgänge und durch ein zusätzliches Kabel eine MIDI-Schnittstelle und koaxiale S/PDIF-Ein- und Ausgänge. Eine Einschränkung gilt es zu vermerken: Die Mia Midi-Karte läuft nicht unter allen AMD-Systemen. Interessenten mit diesem Computersystem sollten zuvor abklären, ob die Karte kompatibel ist.