Vergleichstest: linearphasige Equalizer-Plug-ins

Präzisionseingriffe am offenen Frequenzgang

Innerhalb der Gattung der Equalizer-Plug-ins nehmen die linearphasigen Modelle eine Sonderstellung ein. Mit ihrem äußerst neutralen Klang sollen sie bisherige Hörgewohnheiten auf den Kopf zu stellen. Professional audio Magazin hat vier Vertreter intensiv auf Frequenzgang, Gain und Güte untersucht.

Von Georg Berger

Equalizer ist nicht gleich Equalizer. Das hat sich bereits bei der Zusammenstellung des Testfelds für den ersten Equalizer-Plug-in-Vergleichstest im letzten Heft gezeigt. Bei der Recherche stolperten wir immer wieder über Produkte, die mit dem Attribut linearphasig für sich warben. Alle warten mit einem individuellen Konzept zur Frequenzkorrektur auf, das sich ausschließlich auf Software-Ebene realisieren lässt (siehe Kasten auf Seite 44). Schlagworte wie unauffällige Frequenzkorrektur, verfälschungsfreies und neutrales Klangbild machen neugierig genug, das Potenzial dieser Equalizer in einem Vergleichstest zu untersuchen. Vier Produkte haben wir zum Test antreten lassen: Den PEQ Red von Algorithmix, Neon HR von PSP Audioware, den Frequal-izer von Roger Nichols sowie den Linear Phase EQ (LinEQ) von Waves.

Jeder Kandidat besticht mit eigenständigen, markanten Features und schafft so in Sachen Ausstattung eine Alleinstellung im Testfeld. Allen Produkten gemeinsam ist jedoch eine prinzipbedingte Latenz – siehe Kasten –, die im Vergleich zu anderen Plug-ins nicht tolerierbar ist, wenn es um einen direkten Eingriff ins Material geht. Aufgrund dessen konzentriert sich ihr Einsatzgebiet primär auf das Mastering. Um komfortabel mit den linearphasigen Equalizern arbeiten zu können ist daher ein Sequenzer mit automatischer Delay-Kompensation dringend zu empfehlen. Während des Tests mit Cubase 4 gibt’s deshalb keine Probleme. Nach einer kurzen Atempause startet das Arrangement und wir können wie gewohnt der Musik lauschen und Einstellungen vornehmen.

Bei den Verkaufspreisen zeigt sich eine Zweiteilung: Algorithmix und Waves markieren mit knapp 1.200 und 900 Euro beziehungsweise 1.600 Euro das obere Ende der Preisspanne für die TDM-Version. Anders als beim Renaissance Equalizer (Test im letzten Heft), ist der LinEQ von Waves übrigens...

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