Bereits vor zwei Jahren stellte Presonus den Prototypen des Digital-Mischpults StudioLive 16.4.2 erstmals der Öffentlichkeit vor und erntete viel Aufmerksamkeit angesichts des besonderen Konzepts. Jetzt ist es endlich erhältlich und will mit einem eigenen Bedienkonzept und exzellentem Klang die Mär von kühl klingenden Digitalpulten mit komplizierter Bedienführung Lügen strafen. Ob’s klappt, erfahren Sie im Test.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Digital-Mischpulte warten im Vergleich zu preislich vergleichbaren reinen Analog-Konsolen mit deutlich mehr Features und Funktionen auf. Nachteil: Der Bedienkomfort lässt oftmals zu wünschen übrig. Denn um die Fülle an Einstellmöglichkeiten und Features auf das zur Verfügung stehende Arsenal an Bedienelementen zu verteilen, sind Doppelbelegungen von Schaltern und Reglern an der Tagesordnung, oder ein zentrales LC-Display mit weit verzweigten Menü-Strukturen erfordert ein gutes Gedächtnis und schränkt den Work-Flow ein. Der amerikanische Pro-Audio-Hersteller Presonus will mit seinem jüngsten Wurf, dem Digital-Mischpult StudioLive 16.4.2 in diesem Marktsegment ab sofort ein gewichtiges Wörtchen mitreden und dabei die Nachteile mit einem eigenen Bedien-Ansatz egalisieren. Das rund 2.500 Euro teure Pult bietet unter anderem 16 analoge Eingangskanäle, wahlweise Mikrofon oder Line, vier Subgruppen, eine Stereosumme, sechs Aux-Wege, zwei Stereo-Returns, einen Control-Room-Ausgang und wartet darüber hinaus mit einer Phalanx von Hochpassfilter, Noise Gate, Expander, Kompressor und Equalizer nicht nur in den Channelstrips auf. Besonderheit: Die Effekte stehen auch in den Aux-Wegen, den Subgruppen und im Summen-Ausgang zur Verfügung und lassen sich dort individuell einstellen. Eine Master-Effektsektion, bestehend aus zwei Prozessoren, offeriert in den eigens dafür reservierten Effekt-Sends zudem eine Reihe von Echo- und Hall-Algorithmen und sorgen so für die weitere Veredlung der anliegenden Signale. Ein angekündigtes Firmware-Update, das zum Zeitpunkt unseres Tests noch in der Betaphase ist, wird überdies in den Summenausgang einen 31-bandigen Graphik-Equalizer implementieren. Außer Annehmlichkeiten wie dem Abspeichern und Aufrufen von Mischpult-Einstellungen, Scenes genannt, verfügt das StudioLive-Pult zusätzlich über ein integriertes Firewire-Audio-Interface, das tief in die Struktur der Konsole eingebettet ist. Ganze 32 Kanäle lassen sich so in den Computer einspeisen und dort aufzeichnen. Umgekehrt lassen sich 18 Kanäle wieder ans Pult zurücksenden, dort inklusive der Mixer-Effekte bequem abmischen und gleichzeitig als Stereo-Signal wieder im Sequenzer aufzeichnen.
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