Futuristisch kommt das Digital X Bus daher und trägt eindrucksvoll seine zukunftsweisenden Absichten zur Schau. Aber was ist wirklich sinnvoll und was bloße Spielerei?
Als Nachfolger des d8b hat Mackie mit dem Digital X Bus die nächste Generation ihrer digitalen 8-Bus-Mischpulte eingeleitet. Im Zuge innovativer Weiterentwicklung bietet der amerikanische Hersteller ein in die Zukunft weisendes Mischpult an, bei dem die Entwickler von Loud Technologies in Zusammenarbeit mit der Design- und Ingenieurschmiede Sanewave aus Washington, bereits Bestehendes ausgebaut haben. Die futuristische Mischkonsole, bietet in bekannt anwenderorientierter Art Vorzüge, die sich in dieser Form und Kompaktheit nur mit Digitaltechnik realisieren lassen. Hierbei wird besonders Wert auf die gute Bedienbarkeit, Flexibilität, und auf ein, den individuellen Bedürfnissen anpassbares offenes Gesamtsystem gelegt. Das Konzept: guter Klang, ansprechendes leicht zu handhabendes Design, verbunden mit professioneller Performance.
Das kompakte Pult ist mit zwei 15 Zoll großen TFT-Touchscreens ausgestattet. Diese sind oberhalb der 24 Fader für die Kanäle so angeordnet, dass sich die virtuelle Bedienoberfläche quasi die Fadersektionen zum kompletten Channelstrip ergänzt. Dadurch ergibt sich eine übersichtliche und intuitiv verständliche Symbiose aus der Software und den
herkömmlichen Steuerungsmöglichkeiten eines analogen Mischpultes. Durch die druckempfindlichen Monitore lassen sich beide Bereiche jedes Channelstrips übergangslos per Tastendruck beziehungsweise Druck auf die virtuellen Tasten der Bildschirme bedienen. Neben den bei Aktivierung bunt leuchtenden Tastern, optimieren die Monitore das Pult zwar für die meisten Studio- und Livesituationen, da es in vielen Studios oder Konzertsälen kein Tageslicht gibt, allerdings stoßen die TFT-Bildschirme schon bei geringer Sonneneinstrahlung an ihre Grenzen und die Kehrseite der Medaille ist schlechte Sicht bei Open Airs oder Licht durchfluteten Räumen. Außerdem sind die Anzeigen auf den TFTs wirklich gut nur im Sitzen zu erkennen, steht man vor dem Pult, wird es schnell zappenduster.
Neben den Bedienelementen für die einzelnen Channel-Strips und einer integrierten Automationseinheit, gibt es wie gewohnt am rechten Rand der Konsole eine umfangreiche Master-Sektion, die Regelmöglichkeiten für die Kopfhörer- und Lautsprecherwege bereit hält. Ein Talkbackfeld mit integriertem Mikrofon, 8 mehrfach belegte Makrotaster, um bestimmte Dialogfelder und andere Funktionen direkt aufrufen zu können, sowie Auswahltaster für die Funktion der Kanaldrehregler sind ebenfalls vorhanden. Wer jetzt vermutet, dass bei 72 möglichen In-, und Outputs, acht Bussen und 12 internen Aux-Wegen ein unübersichtliches Meer an Tastern und Reglern eine schnelle Übersicht unmöglich macht, wird angenehm überrascht. Dank geschickter Mehrfachbelegung der Drehregler bleibt die Bedienfront des Digital X Bus übersichtlich und gut strukturiert. Am deutlichsten sieht man dieses Konzept an den Drehreglern für die einzelnen Kanäle oberhalb der 100 mm-Fader. Je nach Bedienfenster übernehmen sie automatisch andere Funktionen, aber immer in direkter örtlicher Korrespondenz mit den virtuellen Pendants auf den Monitoren. Sehr geschickt garantieren die Mackie-Entwickler damit schnelle Bedienbarkeit bei komplexer Funktionalität.
Der Kern des Digital X Bus ist ein für Audioanwendungen optimierter Windows PC mit einer XP Embedded Plattform, drei Gigahertz Pentium 4 Prozessor, einem Gigabyte RAM und 40 Gigabyte an Festplattenkapazität. Dem System sind die oft zu Konflikten führenden überflüssigen Microsoft Komponenten entfernt worden, so dass der Rechner sich auf den Audioeinsatz konzentrieren kann. Allerdings erst nach Abschrauben der hinteren Abdeckung wird wirklich klar, dass das Pult eigentlich um einen herkömmlichen PC gebaut ist.