Schon Aristoteles wusste, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Aber wie ist dieses abstrakte Mehr in komplexen Lautsprechersystemen zu eliminieren? KS-digital will durch technische Innovation den Zeiger auf Null setzen und alle Verfälschungen des Originalklangs ausmerzen: Die Wunderwaffe heißt FIRTEC.
Toningenieure scheuen keine Kosten und Mühen auf der Suche nach dem optimalen Monitor. Firmen wie die in Saarbrücken beheimatete KS-digital suchen unentwegt nach neuen Ansätzen, um dieses wichtige Glied in der Soundübertragungskette zu optimieren. Geschäftsführer Johannes Siegler hat viel Erfahrung im Bau digitaler Monitorlautsprecher. So entwickelte er bereits vor Jahren den weltweit ersten Digital-Lautsprecher. KS-digital verwendet in ihren Produkten, dort wo die digitale Signalübertragung der analogen Technik an Präzision und Neutralität überlegen ist, Computertechnik. So auch im brandneuen Nahfeldmonitor ADM20, der mit einem Stückpreisvon rund 3.300 Euro hohe Erwartungen weckt.
Mit ihrer Zweiwege-Konzeption führt die ADM20 die Tradition der ADM2 fort, die als erster digital entzerrter Lautsprecher für den Studiobetrieb gilt. Die lackierte, längs gemaserte Front aus Kirschholz wertet jeden Regieraum optisch auf. Die beiden Chassis befinden sich übereinander auf einer Achse. Diese ist leicht aus dem Zentrum der Front verschoben, um Interferenzen, also sich überlagernde Reflexionen an den Gehäusekanten, zu verringern. Das Bass-Midrange-Chassis besitzt eine Carbonfaser-Membran, die selbst bei hohen Pegeln so formstabil bleibt, dass keinerlei Aufbrüche in Partialschwingungen zu befürchten sind. Beide Treiber sind in Deutschland gefertigte Spezialanfertigungen; besonders der Hochtöner hat es in sich.
Der sichtbare Teil des Chassis – die Membran liegt hinter einem engmaschigen Drahtgitter verborgen – schmiegt sich mit sanften Rundungen an die Front und wird vom Hersteller als Wave-Guide bezeichnet. Das soll das Abstrahlverhalten optimieren. Das wirklich Besondere des Hochtöners bleibt dem Auge allerdings verborgen. Der genaue Aufbau des Ringradiators ist Betriebsgeheimnis. Laut Siegler handelt es sich um eine Membran, deren Zentrum quasi ausgestanzt ist und die sich am Ende einer kurzen Röhre bewegt. Der Kompressionstreiber mit seiner ringförmigen 44-Millimeter-Membran soll so eine möglichst plane Abstrahlung der Schallwellen in Kombination mit hohen, unverzerrten Schalldrücken liefern.
Die ADM20 verfügt über analoge und digitale Ein- und Ausgänge im XLR-Format. Im analogen Betriebsmodus gelangt das Signal über die Eingangsbuchsen zu einem hochwertigem 27-Bit-Gainstaging-Sigma-Delta-Wandler, der das analoge Signal mit einer Dynamik von 130 Dezibel wandelt. Ab hier übernimmt die komplexe digitale Weiterverarbeitung inklusive Frequenzweiche ein Sharc-DSP [G] mit 60 MHz-Taktung. Am Ende der Verarbeitungskette wird das Signal über 24-Bit-Wandler und die Endstufe mit zwei MOSFETs an die Chassis weiter geleitet.
Der DSP mit seiner Floating Point Unit (FPU) [G] arbeitet mit Gleitkommazahlen. Er ist somit bestens gerüstet das Audiomaterial zu verarbeiten und übernimmt drei Aufgaben: Er dient als Frequenzweiche, er entzerrt das Übertragungsverhalten der einzelnen Komponenten des Lautsprechers und schützt das System vor Übersteuerung.
Die Innovation der ADM-Serie von KS-digital ist nennt sich FIRTEC (Finite Impulse Response Technology) zur bestmöglichen Entzerrung des Gesamtsystems. Die Theorie dahinter: Werden analoge Signale wie sonst üblich durch Frequenzweichenfilter oder sonstige Amplitudenentzerrungen verändert, wandelt sich außer dem Amplitudenfrequenzgang auch das Impulsverhalten eines Systems. Kurze Impulse sind dann so verzögert, dass am Ausgang eines derart korrigierten Systems ein Nachschwingen in der Impulsantwort auftritt. Die Massenträgheit der Lautsprechermembranen verursacht eine zusätzliche Laufzeitverzerrung und somit Nachschwingen.