"Die bessere Hälfte" Herbstrock Albumcover

Produktionsfieber

 

Die österreichische Band Herbstrock hat mit Paul Wallner nicht nur einen fitten Gitarristen, sondern auch leidenschaftlichen Produzenten mit eigenem Studio an Bord. Das aktuelle Album „Die besser Hälfte“ hat Wallner produziert. Bei unserem Treffen in Köln gewährt er uns einen Einblick in sein Produktions-Tagebuch und berichtet uns detailliert über die Finessen seiner Produktion.

Von Michael Nötges

Paul Wallner, Gitarrist und Produzent der Österreichischen Band Herbstrock bestellt einen entkoffeinierten Kaffee samt Eiswasser auf die idyllische Terrasse des Kölner Park Inn Hotels. „Ich trinke normalerweise richtigen Kaffee“, erklärt Wallner lachend. „Aber wenn man so viel unterwegs ist und sich 40.000 Kaffee am Tag reinhaut, ist das irgendwann zu viel.“ Nach einer kurzen Pause fügt er grinsend und mit leichtem Wiener Akzent hinzu: „Man geht entspannter durchs Leben, sag‘ ich Dir‘.“ Wie wir erfahren, hat die Band eine Support-Tour mit Christina Stürmer hinter sich und innerhalb von fünf Monaten das komplette Album geschrieben und produziert. Offensichtlich so erfolgreich, dass Sony Music die Band direkt unter Vertrag genommen hat. Etwas sommerliche Entspannung kann da also nicht schaden. Natürlich interessiert es uns brennend, wie das aktuelle Herbstrock-Album von der Pieke auf entstanden ist und wir wollen mehr über Wallners produktionstechnische Raffinessen erfahren. Zunächst hat sich die Band zur Vorproduktion zirka zwei bis drei Wochen ins Studio zurückgezogen.

In dieser Zeit wurden die Songs geschrieben und Skizzen aus Drum-Programmings, DI-Bass und -Gitarre sowie Grundsounds und Gesangslinien festgehalten. Auf diesem Weg entstanden sieben Nummern aus der eigenen Herbstrock-Feder. Für die restlichen Tracks konnte die Band zum einen Tobias Kuhn, den ehemaligen Frontmann der Band Miles und seinen Kollegen Sebastian Wehlings gewinnen. Kurzerhand wurden die Songwriter nach Wien eingeladen und zusammen mit der Band zwei Songs („Wenn ich nur wüsste wie“ und So ist es eben“) geschrieben. Außerdem hat Herbstrock mit Oliver Welter von Naked Lunch zusammen gearbeitet, der den Song „Klar“ beigesteuert hat. Der Kölner Tobias Röger, (ehemals ‘Wohlstandskinder‘, neuerdings ‚Ton‘), hat die beiden letzten Songs „Sag mir wie viel davon“ und „Auf, ab und dann“ zusammen mit Herbstrock erarbeitet. Mit der fertigen Vorproduktion auf der Festplatte ging es dann zur Schlagzeugaufnahme in die Wiener Cosmix Studios, für die Wallner, bevor er sein eigenes Studio bezog, jahrelang gearbeitet hat und von daher deren Aufnahmeraum und Equipment wie seine Westentasche kennt.

 

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