Welche Auswirkungen hat die Abtastrate bei digitaler Audioaufzeichnung auf Musik und Klang.
Mit der Einführung der CD zu Beginn der 1980er Jahre begann gleichzeitig der Siegeszug der digitalen Signalverarbeitung in der Audiotechnik. Neben den unbestreitbaren Vorzügen der neuen Technik, die ihre schnelle Akzeptanz auf breiter Front erklären, gibt es aber gerade für die Übertragung von Musik dennoch entscheidende Nachteile: Dem Digitalstandard erster Generation (CD und Rundfunk-/Industriestandard mit 16Bit bzw. 24Bit/48kHz) fehlt die Übertragungsgenauigkeit, um ein Musiksignal sowohl in musikalisch-künstlerischer wie auch in klanglicher Hinsicht adäquat übertragen zu können. Mit DVD-Audio und SACD gab es zwei Versuche, diese Nachteile der „alten Digitaltechnik“ zu überwinden. Hauptsächlich aus marktpolitischen Gründen müssen diese Bestrebungen inzwischen aber als gescheitert angesehen werden. Durch die derzeitige Entwicklung hin zu nicht-physischem Musikvertrieb per Download übers Internet, dabei dank schneller Datennetze auch in hervorragender Masterqualität, und Abspielen per Netzwerk-/Mediaplayer erfahren hochauflösende Tonformate nun einen ganz neuen zeitgemäßen Verbreitungsweg und erfreuen sich somit stetig wachsender Akzeptanz. Die Defizite des CD-Formats und ähnlicher Technik sind vergleichsweise subtil im Gegensatz zu den zunächst so offensichtlichen Vorteilen und werden deshalb seither kontrovers diskutiert. Der folgende Artikel wird nun zunächst der Frage nachgehen, wie sich die Nachteile äußern und womit dies begründet werden kann. Im Zentrum der Betrachtungen sollen aber weniger irgendwelche abstrakten technischen Eigenschaften stehen, im Kern geht es stets um die Musik selbst. Die folgenden Betrachtungen werden dafür sensibilisieren und im Zuge dessen auch Erklärungen liefern, wie das CD-Format den künstlerischen Gehalt einer Aufzeichnung reduziert, die empfundene Intensität und Atmosphäre einer Darbietung beeinträchtigt, wie digitale Standardtechnik zu einer unglaublichen Nivellierung der vor dem Mikrofon dargebotenen Vorstellung der Interpreten beiträgt, und wie dadurch die Musikaufzeichnung im allgemeinen über die letzten 25 Jahre viel von ihrem besonderen Reiz und ihrer Faszination verloren hat. Das liefert dann gleichzeitig auch einen Erklärungsansatz, wieso Musikkonserven heute immer mehr nur noch als schlichter Konsumartikel à la „akustisches Fastfood“ gesehen werden, gleichzeitig aber auch so unglaublich viele Musikliebhaber der Vinyl-Schallplatte treu geblieben sind und auf ihre unerreichte Musikalität schwören. Letztlich wird gezeigt werden, dass erst hochauflösende Digitalformate die positiven Eigenschaften der Analogtechnik bezüglich einer musikalisch wie klanglich vollkommeneren Übertragung uneingeschränkt ins Digitalzeitalter retten und damit nun die Nachteile der Technik erster Generation überwunden werden.
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