Surround in der Praxis

Surround in der Praxis

Teil 2: In den Tiefen einer Tonspur


Nach den theoretischen Betrachtungen der letzten Folge widmen wir uns im zweiten Teil unserer Surround-Serie den einzelnen Bestandteilen des Filmtons und geben Anregungen, wie Sie eine ebenso spannende wie glaubwürdige Tonspur gestalten können.


Von Carina Schlage


Was sich dem Zuschauer in Kino und TV als kompakter Sound offenbart, der direkt vom Ort des Geschehens zu stammen scheint, besteht in Wirklichkeit nicht selten aus vielen hundert akustischen Einzelereignissen, die von mehreren kreativen Köpfen in akribischer Kleinarbeit zusammengesetzt wurden. Mit den realen Aufnahmen vom Set hat der finale Filmton nur noch wenig gemeinsam – im Gegenteil: das Filmteam muss nicht nur sorgsam unsichtbar, sondern auch unhörbar bleiben, was aber nicht immer gelingt. Deshalb müssen diese unerwünschten Nebengeräusche meistens im Nachhinein aus den Tonaufnahmen entfernt werden, um eine perfekte audio-visuelle Illusion zu erzeugen. Viele Elemente des Gesamtkunstwerks, sowohl visuelle als auch auditive, entstehen erst nach dem Dreh im Laufe der so genannten Postproduktion.
In den meisten Filmen spielt sich der Ton auf wenigstens vier Ebenen ab: Originalton, Geräusche, Atmosphären und Musik. Dies gilt im Übrigen für Spiel- und Dokumentarfilme gleichermaßen.

Das Sammeln von Hörerfahrungen gehört zu den Grundvoraussetzungen des guten Tons. Auch wenn dabei die Gefahr besteht, den Lieblingshollywoodstreifen gewissermaßen zu entzaubern. Doch nur wer analytisch hört, kann gestalten. Nehmen Sie sich also nach dem Lesen dieses Artikels Zeit, einmal hinter die Kulissen ihres Lieblingsfilms zu hören. Wenn Sie dafür eine Surround-Umgebung zur Verfügung haben, umso besser. Aber auch über die normale Stereo-Wiedergabe lässt sich einiges entdecken. Oder versuchen Sie es einmal mit einem guten Kopfhörer, der Ihnen das Tonkunstwerk gewissermaßen „vergrößern“ kann.
Im Folgenden schauen wir uns die einzelnen Tonebenen einmal genauer an,


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