Auf den ersten Blick sieht der neue Frontliner von SPL wie ein zwar sehr schicker aber ansonsten ganz gewöhnlicher Channelstrip aus. Hinter der Fassade steckt allerdings ein vielseitiges Soundtool, das sich im Studio wie ein analoges Plug-in einsetzen lässt.
Mit der RackPack-Serie (Test in 11/2008) hat der deutsche Hersteller SPL ein äußerst flexibles Modul-Racksystem im Programm. Doch nicht jeder Studiobetreiber benötigt ein vollständig modular aufgebautes System, obwohl die Flexibilität eindeutig für das Baukastenprinzip spricht. Mit dem Frontliner bietet die Edelschmiede aus Niederkrüchten nahe der holländischen Grenze nun ein hochwertiges Frontend an, das die Vorteile eines Channelstrips mit den Möglichkeiten eines Modul-Racks verbinden soll.
Der Frontliner ist eine Zusammenstellung von bereits bekannten Schaltungen aus anderen SPL-Signalprozessoren und verwendet eine hochwertige Mikrofon- und Instrumenten-Vorverstärkung, die ihre Wurzeln in der Gain Station 1 hat (Test in 6/2006). Dazu kommen weitere edle Zutaten aus dem SPL-Regal: Ein vom hauseigenen Dynamaxx abgeleiteter Kompressor, ein Dreiband-Equalizer mit integrierter Röhrensättigungsstufe, Tube Saturation genannt, sowie dem einzigartigen De-Esser, der seinen Dienst in anderen SPL-Kanalzügen, wie etwa Channel One und Track One seit langem zuverlässig verrichtet. Abgesehen von einigen Details auf der Frontseite, ähnelt der Frontliner auf den ersten Blick dem Channel One, der schon seit einigen Jahren erfolgreich auf dem Markt ist und kürzlich optisch überarbeitet wurde.
Die Rückseite allerdings offenbart, dass der Frontliner nicht nur ein herkömmliches, fest verdrahtetes Recording-Frontend ist, bei der das Signal einfach nur vom Verstärker in den De-Esser, Kompressor und EQ läuft. Vielmehr hat jede einzelne Bearbeitungssektion seinen eigenen Ein- und Ausgang und kann auf diese Weise wie ein eigenständiger Sound-Prozessor eingesetzt werden. Aufgrund seines modularen Aufbaus kann dieser Channelstrip ein ganzes Rack mit Klangprozessoren ersetzen. Vor diesem Hintergrund ist der Preis von knapp 1.600 Euro fast ein Schnäppchen.
Unser Testexemplar ist überdies mit dem optional erhältlichen Wandler-Modul 2376 ausgestattet, das nochmal mit 120 Euro zu Buche schlägt. Mit hochwertigen Lundahl-Übertragern für die Ein- und Ausgänge (90 Euro pro Stück) lässt sich der Channelstrip weiter aufpimpen. Der SPL Frontliner besticht durch seine schlicht gestaltete Oberfläche mit gebürsteter Aluminiumfrontplatte und – typisch SPL – durch ein eher zurückhaltendes Design. Die ebenfalls aus Aluminium gefertigten Drehregler sind alle gleich groß und preußisch korrekt in Reih und Glied auf der Vorderseite angeordnet.
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