Mit dem Optimizer ST erübrigen sich bauliche Maßnahmen zur akustischen Verbesserung des Abhörraums. Das glauben Sie nicht? Lesen Sie selbst.
Es ist schon ein Kreuz mit der Akustik. Ganz gleich, wie viel Geld man in eine noch so gute Abhöranlage steckt, der abgegebene Lautsprecherschall wird immer durch Raumreflexionen und –moden mehr oder weniger stark verfälscht. Diesem Problem kann man schließlich nur durch zwei Maßnahmen beikommen: Man setzt quasi den Hebel am Raum an und investiert viel Geld in die akustische Optimierung des Abhörraums, oder man bedient sich eines vergleichsweise günstigeren Raum-Optimierungs-Prozessors, der gezielt Einfluss auf die Schallabgabe des Lautsprechers nimmt und die unerwünschten Effekte der Raumakustik auf diese Weise kompensiert – und darüber hinaus Lautsprecherfehler korrigiert. Am Markt existiert mittlerweile eine Reihe unterschiedlicher Verfahren und Gerätschaften, die sowohl im HiFi- als auch im Studio-Bereich mit dem Versprechen, eine verfärbungsfreie Lautsprecherwiedergabe zu realisieren, um die Gunst des Kunden buhlen. Einige dieser Systeme, wie etwa IK Multimedias Software-Lösung ARC (Test in Heft 1/2008) oder der Raum-Prozessor ERGO von KRK (Test in Heft 2/2009) sowie den für Surround-Systeme konzipierten Optimizer MC von Trinnov Audio (Test in Heft 10/2007), haben wir bereits ausgiebig getestet. Allen Verfahren gemeinsam ist, dass sie eine akustische Analyse des Raums durch Aussenden spezieller Testsignale vornehmen, die mittels Messmikrofon zusammen mit den raumakustischen Charakteristika eingefangen werden. Auf Basis dieser Analyse wird der Lautsprecherschall anschließend nach jeweils individuellen Verfahren korrigiert. Den bei weitem größten Eindruck hinterlässt in der Redaktion dabei bis heute das Raum-Optimierungsverfahren des französischen Unternehmens Trinnov Audio. Das System schafft es nicht nur erfolgreich, den Frequenzgang der Lautsprecher an den Raum anzupassen, es korrigiert gleichzeitig auch erfolgreich den Phasengang der Lautsprecher und ist sogar in der Lage, dank der sogenannten Remapping-Technik, das gesamte Surround-Feld im Abhörraum opulent zu manipulieren (siehe Kasten am Ende des Artikels). Nachteil: Mit einem Verkaufspreis von knapp 12.000 Euro für das MC-Modell fällt das Preis-Leistungsverhältnis recht dürftig aus, wenn man diesen Surround-Prozessor unterfordert und ausschließlich für Stereoanwendungen nutzen will. Nicht zuletzt aus diesen Gründen hat sich das MC-Modell vornehmlich im absoluten Profi-Bereich etabliert. Doch seit kurzem offeriert der Hersteller mit dem Optimizer ST jetzt auch eine reine Stereo-Variante seines Systems, die mit knapp 3.500 Euro Verkaufspreis deutlich günstiger ausfällt und einfacher zu bedienen ist als das Surround-Schlachtschiff und alleine schon deswegen eine breitere Käuferschicht ansprechen dürfte. Grund genug also, sich den Optimizer ST einmal näher anzuschauen und ausgiebig zu testen.
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