Steigen Sie mit uns in die Tiefen eines Computers hinab. Im dritten Teil dieser Serie beschreiben wir Einstellungen, die Ihren Rechner noch fitter für Audio-Anwendungen machen.
Nachdem wir uns beim Optimieren der Windows Performance primär in der Systemsteuerung aufgehalten haben, geht es nun ans Eingemachte. Wir begeben uns in die „Registry“, die grundlegende Einstellungen erlaubt und das Verhalten des Betriebssystems steuert. Weiter kümmern wir uns um die „Dienste“. Das sind Programme und Prozesse, die beim Start von Windows automatisch geladen und gestartet werden und im Hintergrund laufen. Viele dieser Dienste sind für Audio-Anwendungen jedoch überflüssig und rauben nur CPU-Leistung.
Zunächst ein wichtiger Hinweis: Die in diesem Artikel geschilderten Einstellungen greifen in sensibler Weise in das Betriebssystem ein. Irrtümlich oder falsch vorgenommene Einstellungen können zu Störungen oder sogar zum Ausfall des Computers führen. Deshalb empfehlen wir Windows-Einsteigern, aber auch geübten Anwendern, den Beitrag erst komplett durchzulesen, bevor Sie unsere Ratschläge bei Ihrem Computer ausprobieren.
Beim Start von Windows werden diverse Treiber und Programme geladen. Gerätetreiber sind Bestandteile des Betriebssystems und verbinden es mit der Außenwelt. Jede Hardwarekomponente – zum Beispiel das Mainboard und dessen Bausteine, die Grafik- und die Soundkarte – besitzt solch einen Treiber. Er wird geladen, um die Hardware zu aktivieren. Diese Softwaremodule sind notwendig und lassen sich nicht deaktivieren.
Anders verhält es sich jedoch mit Diensten und Programmen, die beim Hochfahren des Betriebssystems automatisch geladen werden. Einige von ihnen sind sofort nach dem Start rechts unten in der Taskleiste neben der Uhr in Form von Icons erkennbar; die genaue Anordnung unterscheidet sich abhängig von den installierten Programmen. Unsere Beispiel-Abbildung enthält von links nach rechts die folgenden Dienste und Programme: Spybot Anti Spy Software, Druckersettings, Mixer der Onboard Soundkarte, Telefonanlage, Norton Viren Scanner, Hardware sicher entfernen, Computer Funktionstastenbelegung, RME Mixer, RME Settings.
Bis auf die Recording-Soundkarten-Software sind diese Programme für das Arbeiten am Audio-PC nicht notwendig und könnten für den Schnellstart deaktiviert werden. Bei Bedarf lassen sie sich natürlich auch manuell starten.
Die Taskleiste ist nicht der einzige Ort, an dem automatisch geladene Programme und Dienste sichtbar sind. Über Start -> Programme -> Autostart gelangen Sie in den gleichnamigen Ordner. Dort tauchen eventuell einige versteckte Programme auf, die ebenfalls für unsere Anwendung keine Rolle spielen. Auch diese Liste unterscheidet sich von Rechner zu Rechner, weshalb es nicht möglich ist, die zu deaktivierenden Programme generell zu benennen. In unserer Beispiel-Abbildung des Autostart-Ordners ließen sich die HP Drucker-Erweiterungen, der Acrobat Reader Schnellstart und die Telefonanlagensoftware entfernen. Sowohl in der Taskleiste als auch im Autostart-Ordner nisten sich gerne nicht benötigte automatische und zeitgesteuerte Updates ein.
Diese Software muss, da man sie nicht einfach deinstallieren kann, manuell abgeschaltet werden. Das Programm dafür heißt „Systemkonfigurierungsprogramm“. Sie rufen es so auf: Start -> Ausführen -> dort in die Zeile „msconfig“ eingeben und auf „OK“ klicken. Es öffnet sich nun die so genannte Systemconfig. Der Reiter „Systemstart“ führt alle beim Start ausgeführten Programme wie oben beschrieben auf. Hier deaktivieren Sie überflüssige Elemente, indem Sie die Haken in den Kästchen links neben dem Programmnamen durch Anklicken entfernen. Klicken Sie anschließend auf Übernehmen, um die Änderungen zu speichern.
Beim darauf folgenden Neustart werden die zuvor deaktivierten Schnellstartprogramme nicht mehr ausgeführt und sind weder in der Taskleiste, noch im Autostart-Ordner aufgelistet. Die Folge: Diese Programme belasten den Arbeitsspeicher und die CPU nicht mehr; Windows startet schneller.