Test: CD-R/RW Master Recorder Fostex CR500

Vulkan und die Mastering-Schmiede

Vulkan ist der römische Gott des Feuers, der Blitze und der Handwerker, die auf die Kraft des ersten Grundelements angewiesen sind. Warum die antike Gottheit für modernes Studio-Equipment wie den CR500 von Fostex zuständig ist und was der Master Recorder sonst noch bietet, erklären wir Ihnen.

Von Michael Nötges

Gut, dass es sie gibt: die Götter der Elemente. Ihre Aufgaben sind aber im Gegensatz zur antiken Welt in unserem hoch technologisierten Alltag deutlich gestiegen. Der CR500 von Fostex als Mastering-Schmiede bedient sich der Kraft der Laserblitze, um die Silber-Indium-Antimon-Tellur-Legierung der CD-Oberflächen zum Schmelzen zu bringen. Damit steht er nach antiker Lehre unter dem Protektorat von Vulkan. Wobei es sich hier nicht um einen herkömmlichen CD-Brenner handelt, sondern um ein professionelles Mastering-Tool.

Der CR500 kann CDs im Compact Disc Digital Audio (CD-DA) und im Broadcast WAV Format (BWF) erstellen. Mastern ist im gängigen Red-Book-Standard möglich. BWF bietet mit bis zu 24 Bit und 96 Kilohertz zwar qualitative Vorteile, ist aber in der Kompatibilität eingeschränkt, da das Abspielgerät die Wortbreite und Samplingfrequenz unterstützen muss. Für den universellen Einsatz empfiehlt sich das Mastern im CD-DA Format. Als Speichermedium dienen handelsübliche CD-Rs oder wiederbeschreibbare CD-RWs. Neben seiner Funktion als Master Recorder kann der CR500, wegen seinen umfangreichen Wiedergabefunktionen, auch als CD- oder als BWF-Player verwendet werden. Nehmen wir die Mastering-Schmiede unter die Lupe.

Das Gerät präsentiert sich in elegantem Schwarz, bereit zur Montage ins Studiorack – oder als rutschfester und oberflächenschonender Einzelkämpfer. Auf der Rückseite gibt es jeweils zwei analoge Ein- und Ausgänge in symmetrischer (XLR) und unsymmetrischer (Cinch) Ausführung. Die digitale Anbindung des Gerätes im AES/EBU-Format gewährleisten zwei weitere XLR-Buchsen. Über die GPI-Schnittstelle (General Purpose Interface) ist die Fernsteuerung des Recorders über ein Mischpult möglich, wenn es die Option bietet, den Recorder durch einen Fader zu starten oder anzuhalten. Der Kopfhörerausgang (6,3 mm Klinke) mit separatem Lautstärkeregler befindet sich auf der Vorderseite.

Diese ist durch das zentrierte und streichholzschachtelgroße LCD-Display unterteilt. Es stellt die Menüs auch bei direkter Lichteinstrahlung gut lesbar und übersichtlich dar. Direkt unter dem Display: die 18-Segment Pegelanzeige; wobei die rot leuchtende achtzehnte LED ein Übersteuern signalisiert. Es handelt sich um eine dBFS-Skalierung, so dass Vorsicht bei der Aussteuerung geboten ist. Bei 0 dBFS ist, wie unser Ressortleiter Test und Technik Uli Apel zu sagen pflegt, „dead end“ (siehe Ulli’s Pegel Einmaleins, Seite 54). Um die digitale Übersteuerung zu vermeiden und noch genügend Headroom für Pegelspitzen zu haben, sollte die Anzeige bei der Aufnahme bis etwa -11 dBFS ausschlagen, vorausgesetzt das Gerät wird mit +4 dBu angesteuert. Die Skalierung der LED-Kette reicht von -60 bis 0 Dezibel. Die optimale Aussteuerung ist mit etwas Fingerspitzengefühl über die beiden – etwas klein geratenen – Eingangsregler für den linken und rechten Kanal realisierbar. Der auswählbare nominale Inputlevel wird durch das Leuchten der -20 dB oder -12 dB-Beschriftung angezeigt. Zur Linken des Displays befindet sich das ATAPI (E-IDE) CD-R/RW Laufwerk. Die Anti-Buffer-Underrun-Funktion soll das sichere Abspielen und Aufnehmen von Stereo-Tracks gewährleisten.

Seitenanfang 

Das wars, wenn Sie weiterlesen möchten, müssen Sie sich als Extended-User anmelden

Loggen Sie sich in der MyPaM-Box als Extended-User oder Abonnent ein. Noch kein Extended-User? Registrieren Sie sich kostenlos und unverbindlich hier