Test: Digitales Live-Mischpult Mackie TT24

Der elektrische Roadie

Die Entwickler von Loud Technologies möchten Tontechnikern die Arbeit erleichtern. Aus ihrer Sicht müssen digitale Live-Mischpulte clever zu bedienen sein. Das TT24 von Mackie soll neben der klanglichen Qualität alle wichtigen Funktionen für den Live-Mix mit maximal zwei Knopfdrücken bereithalten. Wir haben das getestet.

Von Michael Nötges

Kompakt und gelassen liegt das TT24 vor uns; etwas gebeutelt von der anstrengenden Tour mit Fettes Brot. Trotzdem lauert es topfit mit 24 Bit und 96 Kilohertz, verschiedenen On-board-Effekten und 36 analogen Ein- und 28 Ausgängen auf den nächsten Einsatz. Für ein Live-Mischpult dieses Kalibers gehören On-the-road Einsätze von mehreren Wochen zum Tagesgeschäft. Etwas Staub und ein paar Kratzer erinnern an den Tour-Alltag. Verrauchte Clubs, sonnige Festivals und der Stauraum des Nightliners sind nicht die Plätze, wo sich Studio-Equipment gerne aufhält. Das TT24 braucht aber genau das, um seine Stärken voll auszuspielen.

Mit den praktischen vier Tragegriffen an den Seiten und seinem robusten Gehäuse gibt es keinen Zweifel, dass der 24-Kanal-Mixer auf Live-Einsätze bestens vorbereitet ist. Angelehnt an den Aufbau analoger Pulte bietet das TT24 insgesamt 29 motorisierte Fader mit 28 dazugehörigen multifunktionalen Drehreglern – nur über dem Master-Fader befindet sich stattdessen eine Leerstelle. Beleuchtete Solo-, Mute- und Select-Knöpfe sind in jedem Kanalzug installiert. Die Fader-Bereiche für die Kanäle und die Aussteuerung der Subgruppen plus Masterfader sind durch ein Kontrollfeld mit weiteren Knöpfen getrennt. Diese dienen der Funktionszuweisung der Drehregler sowie dem Umschalten der vier Fader-Bänke.

Der schwarz-weiße LCD-Touchscreen in der rechten oberen Ecke der Konsole präsentiert sich wie ein geöffneter Klappscheinwerfer. Die Bilddiagonale misst knapp 14 cm. Unter diesem Fenster mit Blick in den Innenhof der DSP-gesteuerten Parameter befinden sich in drei Viererreihen zwölf weitere Drehregler, die sich – wie alle anderen – mit verschiedenen Funktionen belegen und auch als Knöpfe verwenden lassen. Die virtuelle Entsprechung taucht auf dem Display auf.

Die Rückseite der Konsole zeigt die analogen und digitalen Anschlussmöglichkeiten. Neben den 24 Mikrofoneingängen im XLR-Format ist die gleiche Anzahl an symmetrischen Line-Eingängen und Insert-Buchsen vorhanden. Die Kontroll-Einheiten für die analogen Eingänge befinden sich auf der Oberseite des Pultes: Auswahlknöpfe für Line- oder Mikrofoneingang und die Phantomspeisung, Eingangspegel-Regler und zwei LEDs für die Signal- und Übersteuerungsanzeige. Zusätzlich verfügt das TT24 über 12 Aux-Send-Wege und acht weitere Line-Eingänge, alle im 6,3 mm Klinkenformat. Drei Monitor-Outputs für den linken, den rechten und einen Mono-Signalweg sind im Gegensatz zu ihren Pendants für die Hauptausgänge nicht im XLR-Format angelegt. Acht Ausgänge für die Ausgabe von Subgruppen, jeweils ein CD/Tape-Eingang in Cinch- und TRS-Format und der dazugehörige Ausgang in Form zweier Cinch-Buchsen sowie der Talkback-Mikrofon-Eingang bilden weitere analoge Anschlussmöglichkeiten.

Auf digitalem Weg kann das TT24 über jeweils drei optische ADAT-Verbindungen, für insgesamt 24 Ein- und Ausgänge, angeschlossen werden. Bei einer Samplingfrequenz von 96 Kilohertz verringert sich diese Kapazität auf jeweils 12 mögliche Wege. Die Einbindung in ein MIDI-Environment ist über einen MIDI-Ein- und Ausgang gewährleistet, die Synchronisation lässt sich über zwei BNC-Buchsen für den Word-Clock Ein- und Ausgang sicherstellen. Die AES/EBU und S/PDIF-Schnittstelle hält weitere digitale Anschlussmöglichkeiten bereit. Zwei Kartensteckplätze zur Erweiterung der Funktionalität weisen in Bezug auf die Ausstattung des Pultes in die Zukunft. Die OPT24t- Karte (Preis noch nicht bekannt) unterstützt 24 Kanäle über ADAT, bei 96 Kilohertz. Mit der U-100 (1.039 Euro) können zwei TT24 kaskadiert werden, um 96 Kanäle mit 48 Fadern zu kontrollieren. Über die UFX2 (1.039 Euro) können Sie vier zusätzliche Effektprozessoren integrieren.

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