... dann solltest du nicht nur rasiert sein, sondern bereit, diesen außergewöhnlichen Moment in bestmöglicher Qualität festzuhalten. Ob der Wave/MP3-Recorder von Edirol für den Kuss der Muse taugt und was der portable Recorder im Look alter Braun-Rasierer noch zu bieten hat, zeigt unser Test.
Als Nachfolger des taschenrechnergroßen R-01 ist der digitale R-09 Wave/MP3 Recorder ein Beispiel dafür, wie klanglich hochwertiges Diktiergerät und professionelles Recording-Equipment weiter zusammenwachsen. Natürlich war es auch Ziel des Herstellers, die Qualität zu verbessern und die gerade im Mobilrecording-Segment entscheidende Größe erneut zu verringern. Mit einer Wortbreite von 24 Bit bei maximal 48 Kilohertz bewegt sich der R-09 im Bereich professioneller Studioqualität. Um Speicherplatz zu sparen, lässt sich zudem direkt im MP3-Format auf die SD-Speicherkarte aufzeichnen. Dank dem integrierten Stereo-Kondensatormikrofon handelt es sich beim R-09 um eine kompakte Lösung für mobile Recording-Situationen.
Die Ähnlichkeit zu den Braun-Rasierern ist frappierend; sie zeigt sich in der Größe, dem Gewicht und sogar im zurückhaltend eleganten Stil des R-09. Die Qualität vermittelt sich einem schon, wenn man das sauber verarbeitete Gerät anfasst. Auf dem vom schwarzen Gehäuse silbern abgesetzten, ungefähr vier Zentimeter breiten Mittelstreifen der Vorderseite befindet sich die Hauptsteuereinheit sowie das 2,6 mal 1,4 Zentimeter große Schwarz-Weiß-Display. Das quadratische Bedienfeld im unteren Frontbereich ermöglicht die Navigation durch die einzelnen Menüs und dient als Transportsektion. Im Zentrum der Steuerwippe liegt der Rec-Knopf, der zur Bestätigung – wie beim PC die Enter-Taste – und außerdem zum Starten der Aufnahme dient. Das Umschalten verschiedener Funktionen ist durch Rechts- oder Linksbewegung zu erreichen, das Scrollen durch die Menüpunkte durch Auf- oder Abwärtssteuerung. Um eine Ebene zurück zu gelangen, oder um das Finder- oder Menüfenster von der Hauptseite aus anzuwählen, genügt ein Druck auf den Finder/Menü-Knopf oberhalb der linken Ecke des Navigationszentrums. Das Display ist kontrastreich und gestochen scharf; damit lässt sich das Gerät auch in dunklen Umgebungen sicher handhaben.
Nach dem Einschalten des R-09 erscheint zunächst das Hauptfenster. Dieses zeigt den Titel des ausgewählten Tracks samt Formatendung (WAV/MP3), dessen Länge – sowohl numerisch in Stunden, Minuten und Sekunden, als auch grafisch anhand eines Positionspunktes in einem Balken – und dessen Gesamtlaufzeit.
Im Aufnahmemodus ist die kontinuierliche Eingangspegel-Anzeige aktiv und gibt Auskunft über die Aussteuerung von -45 bis Null Dezibel. Bei zu hohem Pegel leuchtet ein rotes Peak-Signal auf. Die Info für die Track-Länge schaltet automatisch auf die verbleibende Aufnahmekapazität um. Ist einer der vier internen Halleffekte (Hall 1, Hall 2, Room, Plate) über den Reverb-Knopf aktiviert, erscheint der gewählte Effekt weiß hinterlegt neben der Pegelanzeige – es ist erstaunlich, wie übersichtlich und gut lesbar die Informationen auf dem Display erscheinen.
Wenn der Finder/Menü-Knopf kurz gedrückt wird, öffnet sich das Finder-Fenster. Es ist wie die Baumstruktur im Windows-Explorer aufgebaut. Die Files lassen sich direkt in das Root-Verzeichnis speichern. Durch das Anlegen von Ordnern ist außerdem eine übersichtliche Strukturierung möglich. Sie können die Dateien auch kopieren, löschen und umbenennen. Letzteres ist über das kleine Display sehr unkomfortabel, da Sie jeden Buchstaben einzeln durch scrollen suchen müssen. Wenn der Finder/Menü-Button länger gedrückt wird, erscheint das Menü-Fenster. Das Angebot umfasst acht Einstellungen. Neben Standardfeatures wie Datum und Uhrzeit, Helligkeit des Displays, SD-Karten Information und Formatierung befinden sich hier auch die Aufnahmeeinstellungen. Diese lassen Samplingfrequenzen zwischen 44,1 und 48 Kilohertz zu.